Containerschiff ein einem Hafen von oben ©aerial-drone / AdobeStock

Monatsbericht: Deutsche Wirtschaft im ersten Quartal 2026 schwunglos

Die deutsche Wirtschaftsleistung dürfte im ersten Quartal 2026 auf der Stelle treten, heißt es im aktuellen Monatsbericht: Nach dem deutlichen Anstieg im Vorquartal könnte das reale BIP im laufenden Quartal saisonbereinigt lediglich stagnieren.

Schwache Wettbewerbsposition der Industrie - staatliche Impulse brauchen noch Zeit

Die deutsche Industrie kann aufgrund ihrer schwachen Wettbewerbsposition nur eingeschränkt vom zunehmenden Welthandel profitieren. Zudem bleibt die Kapazitätsauslastung in der Industrie niedrig und bremst weiterhin die privaten Investitionen, so die Fachleute. Darüber hinaus brauchen die staatlichen Impulse noch Zeit: Die Lockerung der Fiskalpolitik dürfte erst im weiteren Verlauf des Jahres für spürbaren Auftrieb sorgen, schreiben die Expertinnen und Experten. Zwar weisen die außergewöhnlich hohen inländischen Neuaufträge im vierten Quartal 2025 im Bereich Sonstiger Fahrzeugbau sowie bei Herstellern von Waffen und Munition auf umfangreiche staatliche Aufträge im Bereich Verteidigung hin. Allerdings wird es voraussichtlich noch einige Zeit dauern, bis diese Aufträge die Produktion merklich ankurbeln.

Verhaltener Jahresauftakt in der Industrie

Die Entwicklung von Produktion und Umsätzen in der Industrie zeigte laut Bericht im Januar ein uneinheitliches Bild, insgesamt deuten die Zahlen jedoch auf einen verhaltenen Start ins neue Jahr hin. Die Bauwirtschaft wird zwar durch eine tendenziell steigende Nachfrage im Wohnungs- und Tiefbau gestützt, allerdings wirkten sich ungünstige Wetterbedingungen im Januar und Februar belastend aus.

Zusätzliche Belastungen durch den Nahost-Konflikt

Der Krieg im Nahen Osten dürfte sowohl private Haushalte als auch Unternehmen zusätzlich belasten, vor allem durch steigende Energiepreise. Diese Effekte könnten sich bereits im ersten Quartal bemerkbar machen und belasten die Aussichten für das zweite Quartal. Sollte sich der Konflikt noch in das zweite Quartal hineinziehen, dürfte von damit einhergehender hoher Unsicherheit und einer schwächeren Weltwirtschaft zusätzlicher Gegenwind kommen, so die Bundesbank. Für die weitere Entwicklung ab der zweiten Jahreshälfte wird entscheidend sein, wie lange der Konflikt andauert und in welchem Ausmaß das globale Energieangebot beeinträchtigt bleibt. 

Inflationsausblick derzeit besonders unsicher

In den kommenden Monaten dürfte die Inflationsrate vor allem durch den Konflikt im Nahen Osten und die daraus resultierenden Schwankungen bei den Energierohstoffpreisen, insbesondere für Öl und Gas, geprägt sein. Dem Bericht zufolge erhöht der gestiegene Rohölpreis kurzfristig insbesondere die Kraftstoff- und Heizölpreise für die Verbraucherinnen und Verbraucher. Infolgedessen dürfte die Inflationsrate in nächster Zeit deutlich in Richtung 3 Prozent ansteigen, schreiben die Fachleute. Auch darüber hinaus bestehen Aufwärtsrisiken für die Inflationsrate: Sollte der Krieg im Nahen Osten länger andauern und die Straße von Hormus – eine zentrale Route des globalen Öl- und Flüssiggashandels – weiterhin weitgehend blockiert bleiben, könnte dies die Inflationsrate über einen längeren Zeitraum deutlich erhöhen.