Kunden in einer Einkaufsstraße ©picture alliance / Geisler-Fotopress

Gewerbeimmobilienpreisindex

Aktuelle Preistendenzen bei Gewerbeimmobilien in Deutschland

Die Preise für Gewerbeimmobilien in Deutschland sind im ersten Quartal 2026 um 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Damit setzte sich die Aufwärtsbewegung, die Mitte 2024 begonnen hatte, fast unverändert fort.

Die Preisentwicklung war im Berichtszeitraum für alle Immobilienarten ähnlich. Bei Mehrfamilienhäusern ermäßigte sich der Preisauftrieb zuletzt leicht und entsprach in etwa dem bei Gewerbeimmobilien insgesamt. In diesem moderaten Grundtempo bewegten sich auch die Preise von Büroimmobilien weiter nach oben. Der Preiszuwachs bei Einzelhandelsimmobilien blieb – wie bereits in den Vorquartalen – etwas dahinter zurück.

In überregional bedeutenden Städten stiegen die Gewerbeimmobilienpreise zuletzt in etwa so stark wie im Bundesgebiet insgesamt. Demgegenüber war die Preisentwicklung im ländlichen Raum merklich schwächer.

Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 werden im August veröffentlicht.

PositionVeränderung gegenüber dem Vorjahr (in %)
Q1 26Q4 25Q3 25Q2 252025
Gewerbeimmobilien+⁠ 2,1+⁠ 2,4+⁠ 2,8+⁠ 2,7+⁠ 2,4
nach Immobilienarten     
Büro+⁠ 1,9+⁠ 2,6+⁠ 2,5+⁠ 2,0+⁠ 2,1
Einzelhandel+⁠ 1,5+⁠ 1,4+⁠ 2,0+⁠ 2,0+⁠ 1,7
Mehrfamilienhäuser+⁠ 2,2+⁠ 2,3+⁠ 3,2+⁠ 3,4+⁠ 3,0
nach Regionaltypen     
Überregional bedeutende Städte+⁠ 2,2+⁠ 2,0+⁠ 2,8+⁠ 3,1+⁠ 2,7
Übriges Bundesgebiet+⁠ 1,9+⁠ 2,6+⁠ 2,8+⁠ 2,3+⁠ 2,4
Gewichtung des Gesamtindex nach Immobilienarten: Büro 39,4 %, Einzelhandel 12,2 %, Mehrfamilienhäuser 48,4 %. Gewicht des Teilaggregats „Überregional bedeutende Städte“ im Gesamtindex: 48,1 %.

Methodischer Hintergrund

Der Gewerbeimmobilienpreisindex wird vierteljährlich gemeinsam von vdpResearch und Deutscher Bundesbank berechnet und bildet die reine Preisentwicklung der Immobilienarten Büro, Einzelhandel und Mehrfamilienhäuser im Eigentum von Unternehmen repräsentativ für Deutschland ab. Damit folgt er der Definition des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken (European Systemic Risk Board, ESRB) für Gewerbeimmobilien, lässt aber Immobilienarten wie Industrie- und Logistikgebäude, Hotels oder Gastronomieflächen aufgrund mangelnder Fallzahlen im Datensatz unberücksichtigt.

Der Index beruht auf Transaktionsdaten der von vdpResearch gepflegten Marktschwankungsdatenbank, in die Pfandbriefbanken, Genossenschaftsbanken, Sparkassen und Privatbanken Angaben über Immobilienveräußerungen aus ihrem Finanzierungsgeschäft einliefern. Die Preisangaben werden nach Immobilienarten und Regionen stratifiziert und mittels hedonischer Verfahren qualitätsbereinigt. Hieraus resultieren Rohindexreihen, welche einer Glättung mit dem Kalman-Filter unterzogen werden. Die Glättung beruht auf einem strukturellen Zeitreihenmodell, das den Rohindexverlauf in die marktrelevante Preisbewegung und eine Störgröße, die statistische Unsicherheiten widerspiegelt, zerlegt. 

Beim Gewerbeimmobilienpreisindex handelt es sich um einen Laspeyres-Index mit Basisjahr 2022. Die Gewichtung der Immobilienarten und Regionen ist über den Gesamtzeitraum konstant und beruht auf den Bestandswerten des Kalenderjahrs 2022. Grundlage sind die Flächenangaben der drei Immobilienarten auf Gemeindeebene, welche für Mehrfamilienhäuser aus dem Zensus 2022 entnommen sind und für Büro und Einzelhandel auf branchenspezifischen Erhebungen beruhen. Die Flächenangaben werden mit den Durchschnittspreisen des Jahres 2022 bewertet.

Unteraggregate werden für die Immobilienarten Büro, Einzelhandel und Mehrfamilienhäuser sowie – insgesamt und für die einzelnen Immobilienarten – nach den folgenden Regionaltypen ausgewiesen: Städte mit überregionaler Bedeutung, Städte mit regionaler Bedeutung, Städte mit lokaler Bedeutung, städtisch geprägte Gebiete, ländlich geprägte Gebiete. Diese Regionalklassifikation orientiert sich an der Regionalstatistischen Raumtypologie (RegioStaR) des Bundesministeriums für Verkehr (BMV). Für die Immobilienart Mehrfamilienhäuser gibt es ferner das Unteraggregat TOP 7-Städte (d. h. Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart).

Der Gewerbeimmobilienpreisindex wird rund 40 Tage nach Ende des Berichtsquartals veröffentlicht, wobei mit jedem neu publizierten Indexstand auch die letzten drei Quartale revidiert werden können.