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Bargeld das beliebteste Zahlungsmittel in Deutschland

Bargeld das beliebteste Zahlungsmittel in Deutschland Zweites Bargeldsymposium der Bundesbank

19.05.2014

Zahlreiche hochrangige Vertreter aus der Kreditwirtschaft und dem öffentlichen Bereich folgten am 19. Mai 2014 der Einladung der Bundesbank zum zweiten Bargeldsymposium in Frankfurt am Main, um sich über die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen des Bargeldverkehrs auszutauschen.

Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele bekräftigte, dass Bargeld als Wertaufbewahrungs- und Zahlungsmittel von den Bürgern weiterhin geschätzt würde, nicht zuletzt, weil es schnell, anonym und kostengünstig verwendet werden könne: "Bargeld ist nach wie vor das beliebteste Zahlungsmittel in Deutschland und wird es auf absehbare Zeit wohl auch bleiben." Seiner Einschätzung nach präferiere die Bundesbank weder das bare noch das unbare Zahlungsmittel.

Thiele informierte die rund 160 Teilnehmer des Symposiums über die logistischen Herausforderungen, den Bargeldkreislauf in Deutschland effizient und reibungslos zu organisieren. Rein rechnerisch bearbeite heute jeder Filialbeschäftigte der Bundesbank pro Tag mehr als 20.000 Banknoten, führte er aus. Zum Vergleich: Vor gut 20 Jahren habe das nicht einmal die Hälfte des aktuellen Volumens ausgemacht – und das bei einem dreimal so hohen Bestand an Maschinen zur Bargeldbearbeitung.

Neue Zehn-Euro-Banknote ab 23. September im Umlauf

Neben Bundesbankpräsident Jens Weidmann, der sich vor allem zu den aktuellen geldpolitischen Fragestellungen äußerte, sprach als weiteres Mitglied des EZB-Rats der Luxemburger Yves Mersch. Er unterstrich, dass die Zahl der Fälschungen trotz des gestiegenen Banknotenumlaufs weitgehend konstant geblieben sei: "Damit das so bleibt, wird die neue Banknotenserie mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen sukzessive eingeführt." Er dankte in diesem Zusammenhang der Bundesbank für ihre Arbeit und wies darauf hin, dass die neue Zehn-Euro-Banknote ab dem 23. September 2014 ausgegeben werde.

Der frühere Bundesbank- und EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing schilderte seine persönlichen Erfahrungen als Geldpolitiker. Er hob die gesellschaftliche Tragweite des Bargeldes als gesetzliches Zahlungsmittel hervor. Trotz großer Bedenken und Warnungen aus dem In- und Ausland sei 1990 im Zuge der Wiedervereinigung die D-Mark und 2002 der Euro als gemeinschaftliche Währung 2002 erfolgreich eingeführt worden. Der 79-Jährige lobte die Funktion des Bargelds als anonymes Zahlungsmittel, dass dazu beitragen könne, die staatliche Überwachung von Zahlungen zu verhindern: "Bargeld ist geprägte Freiheit."

Handel und Kunden setzen auf Bargeld

Steffen Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, erklärte, dass Bargeld eine prominente Rolle an der Ladentheke spiele: "Bargeld bleibt die Benchmark, an der sich alle anderen Zahlungsmittel messen lassen müssen." Handel und Kunden setzten auf Bargeld. Allerdings monierte Ludger Gooßens, Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, dass die Bargeldlogistik in Deutschland mit enormen Kosten verbunden sei. Er bezifferte den Aufwand alleine für die Sparkassen auf 1,1 Milliarden Euro im Jahr.

Helmut Rittgen, Leiter des Zentralbereichs Bargeld der Bundesbank, hob die konstruktive Zusammenarbeit zwischen der deutschen Kreditwirtschaft und der Bundesbank hervor. Vertrauen sei der Schlüssel für einen funktionierenden Bargeldkreislauf, betonte er.

Das Bargeldsymposium der Deutschen Bundesbank als Forum für professionelle Bargeldakteure findet alle zwei Jahre statt.

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