Service Navigation

Operative Aufgaben

Drei Personen arbeiten gemeinsam an einem Projekt

Bankenaufsicht der Bundesbank: Operative Aufgaben

Die Deutsche Bundesbank ist für die sogenannte laufende Überwachung von rund 1.850 Kredit- und rund 1.400 Finanzdienstleistungsinstituten sowie ca. 60 Zahlungsdienstleistern zuständig. Ihre Zuständigkeit ergibt sich aus § 7 Abs. 1 des Gesetzes über das Kreditwesen (KWG) bzw. § 4 Abs. 3 des Gesetzes über die Beaufsichtigung von Zahlungsdiensten (ZAG). Die laufende Überwachung obliegt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der neun Hauptverwaltungen der Deutschen Bundesbank an verschiedenen Standorten. Zur laufenden Überwachung gehören im Rahmen der laufenden Aufsicht die Auswertung der Unterlagen, Meldungen, Jahresabschlüsse und Prüfungsberichte der Banken, sonstige Auskunftsersuchen sowie die Durchführung routinemäßiger und – in Abstimmung mit der BaFin – anlassbezogener Aufsichtsgespräche. Darüber hinaus umfasst die laufende Überwachung auch die Durchführung und Auswertung bankgeschäftlicher Prüfungen.

Einblicke in die Kapital- und Liquiditätsausstattung

Bei der laufenden Überwachung der Kreditinstitute in Deutschland beachten die Aufseherinnen und Aufseher der Deutschen Bundesbank die Solvenz- und die Liquiditätslage der Banken sowie deren Risikosituation. Dabei bewerten sie nicht nur die Höhe und Struktur der Risiken, sondern auch die Angemessenheit des jeweiligen Risikomanagements. Bei der Aufsicht spielen darüber hinaus weitere quantitative und qualitative Aspekte eine wichtige Rolle, wie beispielsweise die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells und die Ausgestaltung der internen Organisation.

Im Rahmen der bankgeschäftlichen Prüfungen gewinnt die Deutsche Bundesbank tiefere Einblicke in die Risikostrukturen sowie die Risikosteuerungsverfahren der Institute. Darüber hinaus wird geprüft, ob bankinterne Risikomessverfahren zur Ermittlung der Eigenkapitalunterlegungsbeträge anerkannt werden können. 

Auf Basis ihrer Auswertungen erstellen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bundesbank im Rahmen der laufenden Aufsicht mindestens einmal im Jahr für jedes Institut eine umfassende Risikoklassifizierung und -beurteilung, das sogenannte bankaufsichtliche Risikoprofil. Sehen die Aufseherinnen und Aufseher aufsichtlichen Handlungsbedarf, unterbreiten sie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) entsprechende Vorschläge.

Neue Struktur seit 2014

Mit Inkrafttreten einer zentralen europäischen Bankenaufsicht im Jahr 2014, dem sogenannten Einheitlichen Aufsichtsmechanismus (SSM), haben sich bei der Aufsicht europäischer Kreditinstitute neue Zuständigkeiten ergeben. Seitdem unterliegen die sogenannten bedeutenden Kreditinstitute (Significant Institutions, SIs) der direkten Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB). Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bundesbank sowie der BaFin sind Teil der gemeinsamen europäischen Aufsichtsteams (Joint Supervisory Teams, JSTs). Die Bankenaufsicht über die weniger bedeutenden Institute (Less Significant Institutions, LSIs) und Finanzdienstleistungsinstitute liegt weiterhin in nationaler Zuständigkeit, in Deutschland bei der Deutschen Bundesbank und der BaFin. Um einheitliche und hohe Aufsichtsstandards sowie ein konsistentes Vorgehen innerhalb des SSM sicher zu stellen, übt die EZB in diesem Bereich eine mittelbare Überwachungsfunktion aus.

Nach oben