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Liquidität

Liquiditätsregulierung

Das Ziel bankaufsichtlicher Liquiditätsvorschriften ist die Sicherstellung einer jederzeitigen Zahlungsbereitschaft der Institute. Mit der Capital Requirements Regulation (CRR, Verordnung (EU) Nr. 575/2013) wird das Basler Liquiditäts­rahmenwerk in europäisches Recht umgesetzt und erstmals europaweit zwei Mindeststandards sowie zusätzliche Parameter für die Liquiditätsüberwachung eingeführt.

Kurzfristige Liquiditätsdeckungsanforderung
(Liquidity Coverage Requirement, LCR)

Die LCR definiert den Mindestbestand an hochliquiden Aktiva, den Kreditinstitute als Liquiditätsreserve vorhalten müssen, um über einen Zeitraum von 30 Tagen auftretende Nettozahlungs­verpflichtungen im Falle einer Stressphase nachkommen zu können. Aus dem in der zugrundeliegenden Delegierten Verordnung (Delegierte Verordnung (EU) 2015/61) dargelegten Stressszenario leiten sich Höhe und Art der vorzuhaltenden Aktiva sowie der zu berücksichtigenden Zahlungsströme ab. 

Strukturelle Liquiditätsquote
(Net Stable Funding Ratio, NSFR)

Die NSFR ist ein Mindeststandard zur Verringerung des Refinanzierungsrisikos über einen längeren Zeithorizont. Die strukturelle Liquiditätsquote soll eine nachhaltige Refinanzierungs­struktur in den Instituten sicherstellen, indem sie die Fristentransformation zwischen Aktivgeschäft einerseits und Refinanzierung andererseits begrenzt und somit das Risiko künftiger Refinanzierungsprobleme vermindert. Zu diesem Zweck muss die Summe der gemäß ihrer dauerhaften Verfügbarkeit gewichteten Passiva (verfügbare stabile Refinanzierung) mindestens der Summe der nach ihrer Liquiditätsbindung gewichteten Aktiva zuzüglich des mittelfristigen Refinanzierungsbedarfs aus außerbilanziellen Positionen (erforderliche stabile Refinanzierung) entsprechen. Mit der CRR2 werden die vom Baseler Ausschuss im Oktober 2014 veröffentlichten Regelungen zur NSFR in EU-Recht umgesetzt und die NSFR nun als Mindestanforderung etabliert. Als EU-Besonderheit besteht im Sinne einer proportionalen Regulierung die Möglichkeit, kleinen, nicht komplexen Instituten künftig alternativ die Anwendung einer vereinfachten NSFR zu erlauben.

Zusätzliche Parameter für die Liquiditätsüberwachung
(Additional Monitoring Metrics, AMM)

Der Liquiditätsstatus von Kreditinstituten ist zu komplex, um mit Hilfe von nur zwei Kennziffern hinreichend abgebildet zu werden. Aus diesem Grund werden die beiden Mindeststandards um Beobachtungsinstrumente ergänzt, die den Aufsichtsbehörden eine angemessene Analyse des Liquiditäts- und Refinanzierungsrisikos eines Instituts ermöglichen.

Offenlegung

Die EBA-Leitlinien zur Offenlegung der LCR wurden am 8. März 2017 veröffentlicht und sind ab dem 31. Dezember 2017 anzuwenden. Sie ergänzen die bestehenden europäischen Offenlegungsvorschriften und vervollständigen ein europaweit harmonisiertes Offenlegungsformat. Die Offenlegung umfasst qualitative und quantitative Informationen zum Liquiditäts­risikomanagement sowie über Komponenten und Erfüllungsstand der LCR. Mit der NSFR als Mindestanforderung werden zeitgleich auch Offenlegungsregeln zur NSFR eingeführt.

Innertagesliquidität

Die jederzeitige, untertägige Zahlungsfähigkeit von Kreditinstituten ist die Voraussetzung für das reibungslose Funktionieren der Zahlungsverkehrs- und Abwicklungssysteme. Daher ist das Management der Innertagesliquidität ein zentraler Bestandteil des Liquiditätsrisikomanagements. Mit den "Monitoring tools for intraday liquidity management" hat der Basler Ausschuss konkrete Kennziffern für die Überwachung der Innertagesliquidität im Rahmen des bankinternen Liquiditätsmanagements sowie der Banken- und Zahlungsverkehrsaufsicht vorgeschlagen.

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