Rückseite einer bulgarischen 1-Euro-Münze ©Andrzej Rostek – stock.adobe.com

Bulgarien führt den Euro ein

Zum 1. Januar 2026 hat Bulgarien den Euro eingeführt. Der Beitritt des Landes zum Euroraum geht auf den Beschluss des Rats der Europäischen Union vom 8. Juli 2025 zurück. Damit zählt der Euroraum nun 21 Mitgliedsländer. Das Eurosystem umfasst die Europäische Zentralbank (EZB) sowie die Zentralbanken der Länder, die den Euro bereits als Währung eingeführt haben. Zuletzt trat ihm Kroatien 2023 bei. 

Euro ersetzt bulgarischen Lew

Ab sofort können die mehr als 6 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner Bulgariens mit dem Euro bezahlen. Auch Besucherinnen und Besucher anderen Euro-Ländern müssen ihre Euro künftig nicht mehr vorab gegen die bisherige nationale Währung, den Lew, eintauschen. Bis Ende Januar 2026 dürfen der Euro und Lew noch parallel verwendet werden. Der Lew ist ab dem 1. Februar 2026 kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr. 

Lew-Banknoten können kostenlos an den Schaltern der Bundesbank bis zum 2. März 2026 zum festgelegten Umrechnungskurs von 1,95583 Lew je 1 Euro umgetauscht werden. Dabei gilt eine Obergrenze von 2.000 Lew pro Person und Tag.

Die bulgarischen Euromünzen zieren historische und religiöse sowie kulturelle Wahrzeichen des Landes. Die 1-Euro-Münze zeigt zum Beispiel Iwan Rilski, den bedeutendsten Heiligen der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche, der etwa 70 Prozent der Bevölkerung im Land angehören. Auf der 2-Euro-Münze ist der Mönch und Geschichtsschreiber Païssi von Hilandar zu sehen.

Mitgliedschaft im Eurosystem

Mit dem Beitritt Bulgariens zum Euroraum wird die Bulgarische Nationalbank, die Bălgarska Narodna Banka (BNB), Teil des Eurosystems. Ihr Präsident Dimitar Radev erhält zudem einen Sitz im EZB-Rat. Dort wird er fortan an der Geldpolitik des Eurosystems mitwirken. 

Die Bulgarische Nationalbank wird außerdem Vollmitglied des Einheitlichen Aufsichtsmechanismus (Single Supervisory Mechanism – SSM). Bereits seit Oktober 2020 gibt es eine enge Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der BNB

Neuer Kapitalschlüssel

Die nationalen Zentralbanken aller EU-Staaten sind alleinige Anteilseigner der EZB. Der Kapitalschlüssel richtet sich nach der Größe des Mitgliedstaats, gemessen an der Bevölkerung und am Bruttoinlandsprodukt. Jedoch müssen lediglich Zentralbanken aus dem Euroraum ihren Kapitalanteil in voller Höhe einzahlen. Bulgariens Beitritt zur Währungsunion verändert somit auch den Kapitalschlüssel, nach dem die Zentralbanken der Euro-Mitgliedstaaten in das Grundkapital der EZB einzahlen. Dieser Prozentsatz legt beispielsweise fest, wie die Gewinne und Verluste aus den geldpolitischen Geschäften unter den Zentralbanken verteilt werden. Der gewogene Kapitalanteil Bulgariens innerhalb des Eurosystems entspricht etwa 1,2 Prozent.