Autotransport mit dem Güterzug ©EKH-Pictures / Adobe Stock

Deutsche Wirtschaft beendet das Jahr 2025 mit deutlichem Plus

Die deutsche Wirtschaftsleistung ist im vierten Quartal 2025 deutlich gestiegen, heißt es im Monatsbericht. Das reale BIP erhöhte sich laut Schnellmeldung des Statistischen Bundesamtes gegenüber dem Vorquartal saisonbereinigt um 0,3 Prozent. Damit nahm die wirtschaftliche Aktivität die Ende 2024 begonnene Aufwärtsbewegung wieder auf, schreiben die Bundesbank-Fachleute. Sie war im Sommerhalbjahr 2025 vor allem aufgrund der negativen Auswirkungen der US-Handelspolitik unterbrochen worden.  Getragen wurde der Anstieg zum Jahresende insbesondere vom privaten und staatlichen Konsum.Die Industrie konnte ihre Produktion ausweiten und die Bauproduktion erhöhte sich deutlich. 

Die Fachleute rechnen damit, dass die Wirtschaft die Erholung im ersten Quartal 2026 fortsetzt, wenngleich nur mit schwacher Dynamik. Die Industrie und die Exporte dürften im laufenden Quartal zulegenheißt es im Monatsbericht. Zwar gab es mit Blick auf Produktionspläne und Kapazitätsauslastung in der Industrie zuletzt für die kurzfristigen Aussichten einige negative Signale. Für eine Fortsetzung der Erholung spreche jedoch, dass sich die Geschäftslage im Verarbeitenden Gewerbe laut ifo Institut im Januar verbesserte. Dahinter dürfte stehen, dass sich die Nachfragesituation der Industrieunternehmen erkennbar aufhellt. Dagegen weisen erste verfügbare Indikatoren darauf hin, dass sich der private Konsum wieder abschwächen könnte.

Keine Kehrtwende am Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt verharrte auch im Schlussquartal 2025 in einer Seitwärtsbewegung, erläutern die Expertinnen und Experten. Die Zahl der Erwerbstätigen reduzierte sich leicht um 25.000 Personen, die Arbeitslosenquote lag unverändert bei 6,3 Prozent. Der Blick auf die Frühindikatoren lässt kaum auf eine kurzfristige Verbesserung am Arbeitsmarkt schließen.

Der Strukturwandel, dem die Industrie in Deutschland besonders ausgesetzt ist, führt gleichzeitig zu Personalabbau und Fachkräftemangel, heißt es im Monatsbericht. So seien nicht nur zwischen den Branchen erhebliche Verschiebungen zu beobachten, sondern auch zwischen den Berufen. Beispielsweise nimmt die Zahl der Erwerbstätigen in klassischen Produktionsberufen im Verarbeitenden Gewerbe spürbar ab, während tendenziell Personal mit erhöhten Anforderungs- und Qualifikationsprofilen oder neuen Berufsfeldern gesucht würde. Derzeit, und auch in den nächsten Jahren, seien aufgrund des Generationenwechsels die Abgänge in Rente besonders hoch. Dies ermögliche es den Unternehmen, Personal abzubauen, ohne auf betriebsbedingte Kündigungen zurückgreifen zu müssen. Darin dürfte einer der Gründe liegen, warum die Arbeitslosigkeit in den vergangenen drei Jahren trotz erheblicher struktureller Herausforderungen und langanhaltender wirtschaftlicher Schwäche nur moderat gestiegen ist und gleichzeitig ein erheblicher Fachkräftemangel herrscht, schließen die Fachleute.

Lohnwachstum im Gesamtjahr 2025 nicht mehr ganz so stark

Die Löhne stiegen im vierten Quartal 2025 deutlich an, im Gesamtjahr 2025 erhöhten sie sich jedoch weniger stark als in den beiden Vorjahren. 2026 dürften die neuen Tarifabschlüsse nach Einschätzung der Fachleute moderat ausfallen, da sich das gesamtwirtschaftliche Umfeld nur allmählich verbessere. Die Tarifrunde 2026 falle größer aus als im Vorjahr und betreffe rund 11 Millionen Beschäftigte. 

Inflationsrate zum Jahreswechsel bei etwa 2 Prozent

Die Verbraucherpreise, gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), stiegen im letzten Quartal 2025 etwas stärker an als zuvor. Die ohnehin dynamischen Dienstleistungspreise, insbesondere die Preise für Reisedienstleistungen, legten nochmal kräftiger zu. Dagegen sank die Inflationsrate im Jahresdurchschnitt 2025 auf 2,3 Prozent, von 2,5 Prozent im Jahr 2024. Zum Jahresauftakt 2026 erhöhten sich die Verbraucherpreise deutlich. Treiber waren unter anderem die Energiepreise und hier vor allem die höheren Kraftstoffpreise. Aber auch die Preise für Dienstleistungen zogen an. Hier spielte unter anderem die Verteuerung des Deutschlandtickets eine Rolle. In den nächsten Monaten dürfte sich die Inflationsrate in der Nähe der 2 Prozent-Marke bewegen, schreiben die Fachleute.