Digitaler Euro ©Europäische Zentralbank

Digitaler Euro: Vorteile des Bargelds in die digitale Welt übertragen

Der digitale Euro soll Bargeld ergänzen und die strategische Autonomie Europas im Zahlungsverkehr stärken, heißt es im aktuellen Monatsbericht der Bundesbank: Er würde die Vorteile von Bargeld in die digitale Welt übertragen und sicherstellen, dass alle Menschen im Euroraum künftig auch digitalen Zugang zu einer öffentlichen Geldform haben, so die Fachleute.

Bargeld bleibt uneingeschränkt erhalten

Durch den digitalen Euro soll Zentralbankgeld der digitalen Wirtschaft gerecht werden und Fortschritte beim bargeldlosen Bezahlen ermöglichen: Der digitale Euro ist als ergänzende, elektronische Form von Zentralbankgeld konzipiert. Bargeld bleibt uneingeschränkt erhalten, betonen die Expertinnen und Experten in ihrem Bericht.

Stärkung der Autonomie Europas

Ein weiteres Ziel ist es, die Autonomie Europas zu stärken. Der digitale Euro könnte einen Beitrag leisten, den europäischen Zahlungsverkehr effizienter und widerstandsfähiger zu gestalten sowie dessen strategische Autonomie im globalisierten und digitalisierten Finanzsystem zu stärken, heißt es im Bericht. Derzeit werden knapp zwei Drittel aller Kartenzahlungen im Euroraum über außereuropäische Systeme abgewickelt. Der digitale Euro soll zudem durch hohe Datenschutzstandards und barrierearme Gestaltung auch zur Datensouveränität sowie zur Inklusion im Zahlungsverkehr beitragen.

Elektronische Form von Zentralbankgeld für den Alltag 

Der digitale Euro ist als elektronische Form von Zentralbankgeld für alltägliche Zahlungen konzipiert. Zahlungen sollen sowohl an der Ladenkasse, im Online-Handel als auch zwischen Personen möglich sein. Dabei kann der digitale Euro sowohl online als auch offline genutzt werden.

Projektfortschritt und nächste Schritte

Das Projekt digitaler Euro ist Ende letzten Jahres in eine neue Phase gestartet: Seit Oktober 2025 arbeitet das Eurosystem intensiv an der Umsetzung, und der EU-Rat hat das Verhandlungsmandat formal angenommen.

Das Gesetzgebungsverfahren läuft aktuell – das EU-Parlament hat sich bereits grundsätzlich positiv zur Einführung geäußert. Im Februar 2026 wurden wichtige Änderungsanträge mit großer Mehrheit angenommen; konkrete Abstimmungen zum Gesetzentwurf sind für Mai 2026 geplant.

Das Eurosystem könnte ab Mitte 2027 mit einer Pilotierung beginnen und ab 2029 für eine mögliche Erstausgabe bereit sein. Die Bundesbank ist – wie alle nationalen Zentralbanken im Euroraum – in das Projektmanagement eingebunden. Zusätzlich gehört sie zu einer vom EZB-Rat beauftragten Gruppe von sechs Zentralbanken, die insbesondere die Clearing- und Settlementinfrastruktur bereitstellen und betreiben soll.

Die finale Entscheidung über die Ausgabe eines digitalen Euro trifft der EZB-Rat erst nach Verabschiedung der Rechtsgrundlage.