Arbeiten zum digitalen Euro treten in die nächste Phase


Digitaler Euro

Die Arbeiten des Eurosystems rund um einen möglichen digitalen Euro treten in die nächste Phase. Am 14. Juli hatte der EZB-Rat den Startschuss für eine Untersuchungsphase zu einem Projekt „digitaler Euro“ gegeben. 

In der zweijährigen Untersuchungsphase stehen nun konkrete funktionale Ausgestaltungs- und Umsetzungsoptionen im Mittelpunkt. Die Nutzererwartungen sollen hierbei die Basis bilden. Untersucht werden verschiedene Anwendungsfälle eines digitalen Euro, um als eine risikofreie, effiziente Form von digitalem Zentralbankgeld für breite Bevölkerungsgruppen zur Verfügung zu stehen.

Außerdem werden die möglichen Auswirkungen eines digitalen Euro auf den Markt bewertet und Gestaltungsmöglichkeiten erarbeitet, die umfassenden Datenschutz sicherstellen und Risiken für die Bürgerinnen und Bürger, die Intermediäre und die Wirtschaft in der Eurozone minimieren sollen. Des Weiteren soll über die mögliche Einbindung beaufsichtigter Intermediäre im Umfeld des digitalen Euro entschieden werden. Eine neu eingerichtete Market Advisory Group soll den Einschätzungen potenzieller Nutzer und Intermediäre eines digitalen Euro Rechnung tragen. 

Zum Abschluss der Untersuchungen soll dann die Entscheidung für oder gegen eine konkrete Umsetzung und Markteinführung getroffen werden.

Die Untersuchungen werden von der praktischen Erprobungsarbeit profitieren, die von EZB, Bundesbank und anderen nationalen Zentralbanken des Euroraums unter Mitwirkung von Wissenschaft und Privatsektor im letzten Jahr durchgeführt wurden. Hierbei standen die vier Bereiche Ledger (Kontenbuch) für den digitalen Euro, Datenschutz und Bekämpfung von Geldwäsche, Limitierung der Menge des umlaufenden digitalen Euro, sowie Offline-Zugang für Endnutzer und Förderung der Inklusion durch geeignete Geräte im Mittelpunkt. Es waren keine größeren technischen Hürden in Bezug auf die geprüften Gestaltungsoptionen festgestellt worden.

Die Bundesbank begleitet die analytischen und experimentellen Arbeiten rund um digitales Zentralbankgeld bereits seit Jahren eng und bringt sich auch aktiv in die interne und externe Meinungsbildung ein. Zuletzt setzte sich unter anderem ein Artikel im Bundesbank Monatsbericht April 2021 („Digitales Geld: Optionen für den Zahlungsverkehr“) mit den Chancen und Risiken digitalen Geldes auseinander.