Beitrag zu Privatsphäre und digitalem Zentralbankgeld im „Journal of Payments Strategy & Systems“

Im Eurosystem hat die Untersuchungsphase zum Projekt „Digitaler Euro“ begonnen. In den nächsten Jahren werden dabei Szenarien und Ausgestaltungsmerkmale untersucht, bevor über eine mögliche Einführung entschieden wird. Zur möglichen Ausgabe des Euro als digitales Zentralbankgeld neben Bargeld hat die EZB eine öffentliche Konsultation durchgeführt. Fast die Hälfte der Antworten ging aus Deutschland ein. Als wichtigstes Anliegen stellte sich dabei das Thema Privatsphäre heraus.

Im Kontext von digitalem Zentralbankgeld widmen sich David Ballaschk und Jan Paulick aus dem Bereich Strategie, Politik und Überwachung im Zentralbereich Zahlungsverkehr und Abwicklungssysteme in einem kürzlich veröffentlichten Papier im Journal of Payments Strategy & Systems dem Thema Privatsphäre.

Das Papier mit dem Titel „The public, the private and the secret“ beleuchtet das Spannungsfeld zwischen dem grundsätzlichen Recht auf Privatsphäre einerseits und der Verhinderung von Geldwäsche, Finanzverbrechen und Terrorismusfinanzierung andererseits. Die Autoren zeigen eine Reihe möglicher Szenarien sowie technische und institutionelle Lösungen auf. Für einen verantwortungsvollen Umgang mit Daten sind Standards und klare Regeln notwendig. Zentralbanken könnten als vertrauenswürdige Instanzen einen sicheren Umgang mit Daten gewährleisten und so das Vertrauen in ein neues digitales Zahlungsmittel erhöhen. Gleichzeitig hat das Thema Privatsphäre eine große Tragweite und birgt gewisse Risiken für die Reputation von Zentralbanken, weswegen es eine hohe Priorität in den kommenden Untersuchungen genießen sollte.

David Ballaschk
David Ballaschk
"Privatsphäre im digitalen Zeitalter ist eine große Herausforderung. Digitales Zentralbankgeld braucht klare Standards und Regeln zur Datenverwendung."



Jan Paulick
Jan Paulick
„Als unabhängige Institutionen sind Zentralbanken ideal positioniert, die Daten der Bürger durch angemessene Maßnahmen zu schützen.“