Kassenschublade mit Euro-Bargeld

Cash Management – be prepared for the future

Seit dem 11. Jahrhundert gab es Banknoten in Asien, seit dem Mittelalter in Europa und wenn man nun die Diskussion über moderne Zahlungsmethoden verfolgt, könnte man meinen, dass diese Ära zu Ende gehen mag. Doch weit gefehlt!

Auch wenn die Verwendung von unbaren Zahlungsmitteln steigt, so steigt auch die Diskussion über die damit verbundenen Risiken hinsichtlich der Sicherheit, des Datenschutzes und des Energieverbrauchs. Deshalb ist eine weiterhin starke Bargeld-Nachfrage verständlich und in vielen Ländern steigt sogar die Nettoemission von Bargeld. Deutschland gilt als prominentes Land für Barzahlungen. So gab die Bundesbank seit 2010 jährlich netto Euro-Banknoten im Wert von 35,8 Mrd. aus, das entspricht einer jährlichen Zuwachsrate von durchschnittlich 7,8%. Dies gilt aber auch für viele andere Länder.

Deshalb ist es weiterhin für eine Zentralbank wichtig, sich für das Kerngeschäftsfeld „Bargeld“ gut zurüsten, um auch für die Zukunft strategisch und operational gut aufgestellt zu sein. Dies zeigen auch die zahlreichen Anfragen von Zentralbanken aus der ganzen Welt, die uns zu diesem Themenspektrum erreichen.

Mehr als früher sind die Kosten für die Wahl des Zahlungsmittels in den Vordergrund gerückt. Deshalb sollten Notenbanken zunächst ihren nationalen Bargeldkreislauf analysieren und auf dieser Grundlage, Entscheidungen über die Einbindung in den Kreislauf und das korrespondierende, zukünftige Dienstleistungsangebot treffen. In einem nächsten Schritt wären dann die relevanten Geschäftsprozesse auszugestalten, wobei besonderer Wert auf Sicherheitsaspekte und die Effizienz gelegt werden sollte. Hier spielen Fragen der Automatisierung und Digitalisierung eine große Rolle. 

Mit Thomas Langer hat das Zentrum für internationalen Zentralbankdialog (ZiZ) zu Beginn des Jahres einen erfahrenen Mitarbeiter des Zentralbereichs Bargeld gewonnen, der die Aufgabe eines Senior Advisor on Cash Management und Fachdozenten übernommen hat. In den vergangenen zwei Jahrzehnten war er in zahlreichen Bargeldprojekten der Bundesbank tätig. Themen waren z.B. die Einführung des Euros, die IT-Anwendungen, die maschinelle Bargeldbearbeitung, der Einsatz von Videotechnik und die Modernisierung von Arbeitsprozessen bis hin zur Neugestaltung eines modernen Cash Centers. Er verfügt somit auf dem Gebiet der Automatisierung und Digitalisierung über eine große Expertise.

Das ZiZ hat bereits mit Partnerbanken in Zentralasien sowie im süd- und südostasiatischen Raum bilaterale Projekte im Bargeld gestartet, deren Inhalte von der Verbesserung der Bargeldbearbeitung bis zu Fragen zum Bau eines neuen Cash Centers reichen. Ein anderer geographischer Schwerpunkt ist die Kooperation mit Bargeldabteilungen in Osteuropa. Hier stehen darüber hinaus Fragen aufgrund der Nähe zum Euroraum im Fokus.

Ein großes Interesse besteht grundsätzlich zu folgenden Themenbereichen:

  • Bargeldkreislauf und Einbindung der Notenbank
  • Dienstleistungsangebot
  • Automatisierung: moderne und effiziente Bargeldbearbeitung
  • Verbesserte Banknotenqualität / Clean banknote-Policy
  • Digitalisierung: Big Data, Seriennummernlesung
  • Cash Center-Design
  • Falschgeldprävention und Aufgaben eines Nationalen Analysezentrums
  • Banknotenbedarfsplanung

Interessierte Zentralbanken können ihre Anfrage gerne direkt an uns senden (s.u. interne Links: Bilaterale Projekte).

Auch unser Angebot an Internationalen Zentralbankkursen deckt 2020 Bargeldthemen ab. Neu ist ein maßgeschneidertes Seminar für „young professionals“. Im Mittelpunkt werden die Aufgaben einer modernen Zentralbank im Bargeldkreislauf stehen. Bei einem Besuch der Filiale München und des dortigen Servicezentrums „Automatisierung der Geldbearbeitung“ können sich die Teilnehmenden einen eigenen Eindruck verschaffen.

Gerne können Sie sich auch direkt an Thomas Langer wenden.

Text: Thomas Langer