Finanzstabilitätsbericht der Deutschen Bundesbank

Finanzstabilitätsbericht in New York präsentiert

Am 7. Januar 2019 präsentierte der Zentralbereichsleiter Finanzstabilität, Dr. Benjamin Weigert, den jüngsten Finanzstabilitätsbericht der Bundesbank in der Repräsentanz New York. Geladen und gerne gekommen waren Kollegen aus amerikanischen Banken und anderen Finanzinstitutionen, die sich schwerpunktmäßig mit deutschen und europäischen Themen beschäftigen.

Herr Weigert stellte die Verwundbarkeiten im deutschen Finanzsystem dar, die sich während des langanhaltenden Aufschwungs der vergangenen Jahre aufgebaut haben: die Gefahr der Unterschätzung von Risiken, insbesondere bei Unternehmens- und Immobilienkrediten, sowie die möglichen Überbewertungen von Vermögenswerten und damit von Kreditsicherheiten, etwa in der Immobilienfinanzierung. Ein unerwarteter, kräftiger konjunktureller Abschwung könnte zu einer Offenlegung dieser Verwundbarkeiten führen. Die möglichen Auswirkungen auf die Banken und auf das gesamte Finanzsystem könnten durch die Zinsentwicklung verstärkt werden. Bei stark steigenden Zinsen drohen beispielsweise denjenigen Banken Verluste, die mit langfristiger Zinsbindung  im Kreditgeschäft engagiert sind. Sie müssten innerhalb kurzer Zeit höhere Einlagenzinsen zahlen, während die Einnahmen nur verzögert ansteigen. Auch andere Bereiche des Finanzsystems wären betroffen.

Die Teilnehmer diskutierten mit dem Referenten über Möglichkeiten, wie dem Risikoaufbau aus makroprudenzieller Sicht entgegengewirkt werden kann. Insbesondere für die amerikanischen Teilnehmer war zudem aufschlussreich, dass Risiken für die Finanzstabilität in Deutschland nicht allein aus dem Ausland drohen, sondern sich einige Verwundbarkeiten im heimischen Finanzsystem aufgebaut haben.

Die Präsentation des Finanzstabilitätsberichts war eine gelungene Veranstaltung, die den Auftakt zu weiteren Veranstaltungen dieser Art bildet. Bundesbankbeschäftigte stellen interessante Arbeiten in informellem Rahmen in der Repräsentanz New York vor.

Text: Gabriele Kabelac