Stärkung der institutionellen Kapazitäten der Nationalbank der Republik Nordmazedonien

Kick-off meeting zum Start des EU-finanzierten Twinningprojekts in Nordmazedonien

Rahmendaten des Twinning-Projekts

Im vergangenen Jahr erhielt Deutschland im Konsortium mit Kroatien den Zuschlag für das Twinning-Projekt „Strengthening of the institutional capacity of the National Bank of the Republic of North Macedonia (NBRNM) in the process of its accession to the European System of Central Banks“. Übergeordnetes Ziel des Projekts ist die Stärkung der Finanz- sowie der gesamtwirtschaftlichen Stabilität Nordmazedoniens durch eine Harmonisierung des rechtlichen sowie operativen Rahmens der NBRNM mit den Standards des ESZB sowie internationalen Best Practices. Zur Erreichung des Ziels haben die involvierten Vertragsparteien einen Arbeitsplan erstellt, der auf die folgenden vier Komponenten fokussiert: Zahlungsdienste und –systeme, Bankenregulierung und –aufsicht, Finanzierungsrechnung sowie Politikanalyse. Neben den genannten Zentralbanken von Kroatien und Deutschland wird das Projekt durch Experten der Zentralbanken von Belgien, Litauen, den Niederlanden, Portugal und Rumänien unterstützt.

Erste Einsätze im Bereich Bankenregulierung und –aufsicht

Der Startschuss für das Twinning-Projekt, welches eine Laufzeit von 15 Monaten hat und mit 600.000  von der EU gefördert wird, fiel am 30. Oktober 2019 mit dem Kick-Off-Meeting in der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje. Bereits kurz nach dem offiziellen Start des Projekts begannen zahlreiche Einsätze innerhalb der unterschiedlichen Projektkomponenten. Den Startpunkt für den Bereich Bankenregulierung und –aufsicht bildete ein Studienbesuch von Mitarbeitern der NBRNM bei der Deutschen Bundesbank in Frankfurt im November 2019. Im Rahmen des einwöchigen Aufenthalts erhielten die acht Mitarbeiter*innen der NBRNM unter anderem einen Einblick in die aufsichtliche Bewertung des ILAAP im Rahmen des SREP. Darüber hinaus hielten Vertreter der Deutschen Bundesbank unter anderem praxisorientierte Vorträge über die Anforderungen an den ICAAP innerhalb des SSM oder über die Durchführung von bankgeschäftlichen Prüfungen in Deutschland. Abgerundet wurden die Präsentationen durch einen Vortrag der Vertreter der NBRNM über den Bankensektor und die Bankenaufsicht in Nordmazedonien.

Im Februar dieses Jahres reisten zudem drei Mitarbeiter der holländischen Zentralbank (DNB) und der Deutschen Bundesbank nach Skopje. Dabei sollten die Vertreter der beiden Zentralbanken analysieren, wie der von den nordmazedonischen Kreditinstituten durchzuführende ILAAP durch die Bankenaufsicht im Rahmen des SREP sinnvoll untersucht und bewertet werden kann. Die Etablierung der entsprechenden Methodik sowie der dazugehörigen Prozesse ist ein wesentliches Ziel innerhalb der Komponente Bankenregulierung und –aufsicht.

Ausblick

Aufbauend auf den bis dato gewonnenen Erkenntnissen soll im Rahmen eines weiteren Aufenthalts nach Auswertung der von den Banken einzureichenden ILAAP-Berichte die Methodik und das Vorgehen zur Bewertung des ILAAPs finalisiert werden.

Text Nick Wermuth