Marc ©privat

Arbeiten für Stabilität - in einem vielfältigen Umfeld Traineeprogramm – Finanzstabilität

Hallo, ich heiße Marc André und arbeite im Bereich Finanzstabilität. Nach meinem Studium in Lissabon und Amsterdam habe ich zunächst bei einer Unternehmensberatung in Wien gearbeitet. Schon damals hatte ich den Wunsch, zu einer Zentralbank zu wechseln. Mir war aber noch nicht ganz klar, welche vielfältigen Aufgaben es dort eigentlich gibt und wie der Arbeitsalltag konkret aussieht. Über das Traineeprogramm der Bundesbank hatte ich die Möglichkeit, verschiedene Bereiche kennenzulernen. Innerhalb eines Jahres konnte ich mir bewusst überlegen, ob ich bleiben oder mich nochmal neu orientieren möchte.

Danach war ich erst im Bereich der Nachhaltigkeitsregulierung für den Bankensektor tätig. Durch eine interne Ausschreibung bin ich anschließend auf meine jetzige Stelle im Bereich Finanzstabilität aufmerksam geworden. Diese Position fand ich besonders spannend, da sie analytische, konzeptionelle und policyorientierte Arbeit verbindet. Sie passt zudem gut zu meinem volks- und finanzwirtschaftlichen Hintergrund.

Konkret beschäftige ich mich in unserem Bereich mit der Risikolage, Struktur sowie Resilienz des Asset Management Sektors, mit einem Fokus auf Fonds. Unsere Arbeit hat zwei große Schwerpunkte. Zum einen analysieren wir umfangreiche Datensätze sowie Markt- und regulatorische Entwicklungen, um Risiken im Finanzsystem zu identifizieren. Ein Beispiel ist die Untersuchung der Liquiditätssituation von Fonds. Zum anderen arbeiten wir konzeptionell und policyorientiert an der Weiterentwicklung des regulatorischen Rahmens mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit des Finanzsystems langfristig sicherzustellen. Dazu gehören Themen wie die Kapitalmarktunion oder die Ausgestaltung der makroprudenziellen Aufsicht über den Asset-Management-Sektor in der EU. Dieses Aufgabenfeld ist für mich besonders gesellschaftlich relevant. Es leistet einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung von Finanzkrisen.

Die Arbeitskultur in der Bundesbank empfinde ich als sehr kollegial. Durch das Traineeprogramm ist man gut vernetzt, arbeitet in verschiedenen Bereichen und kommt regelmäßig in den Austausch. Besonders schätze ich den Mix aus analytischer Arbeit und Policy-Themen, die man häufig in einem internationalen Kontext erarbeitet – zum Beispiel in Arbeitsgruppen des Eurosystems. Im Vergleich zur Unternehmensberatung habe ich hier deutlich mehr Zeit, mich intensiv in komplexe fachliche Fragestellungen einzuarbeiten. Das empfinde ich als sehr bereichernd und intellektuell anspruchsvoll.

Sehr positiv erlebe ich auch, wie sich die Bank dem Thema Diversität widmet. Netzwerke wie der "Culture Club" oder "Rainbow and Friends" ermöglichen es, sich zu organisieren und gemeinsam das Arbeitsumfeld mitzugestalten. Ich habe auch das Gefühl, dass man hier tatsächlich aus der Verwaltung heraus an gesellschaftlicher Verbesserung mitwirken kann. Insgesamt herrscht ein starkes Miteinander: Es gibt keinen internen Wettbewerb. Alle arbeiten gemeinsam auf das gleiche Ziel hin – im Rahmen des öffentlichen Auftrags der Bundesbank.