Deutliche Nettoemissionen am deutschen Rentenmarkt im September 2016

11.11.2016 | Deutsche Bundesbank

Rentenmarkt

Im September 2016 lag das Emissionsvolumen am deutschen Rentenmarkt mit einem Bruttoabsatz von 113,8 Mrd € deutlich über dem Wert des Vormonats (86,1 Mrd €). Nach Abzug der ebenfalls höheren Tilgungen (99,2 Mrd €) und unter Berücksichtigung der Eigenbestandsveränderungen der Emittenten wurden inländische Schuldverschreibungen für netto 12,5 Mrd € begeben. Der Umlauf ausländischer Schuldverschreibungen in Deutschland stieg im Berichtsmonat um 5,4 Mrd €, sodass der Umlauf von Schuldtiteln am deutschen Markt insgesamt um 17,9 Mrd € zunahm.

Heimische Kreditinstitute erhöhten im September ihre Kapitalmarktverschuldung um 6,1 Mrd € (nach 7,0 Mrd € im August). Dabei stieg vor allem der Umlauf von Schuldverschreibungen der Spezialkreditinstitute (4,3 Mrd €), aber auch von sonstigen Bankschuldverschreibungen (3,0 Mrd €). Dem standen Nettotilgungen von Öffentlichen Pfandbriefen in Höhe von 1,3 Mrd € gegenüber.

Inländische Unternehmen begaben im Berichtsmonat Anleihen für per saldo 3,7 Mrd €, nach Nettotilgungen in Höhe von 0,9 Mrd € im Vormonat. Die Emissionen sind im Ergebnis weit überwiegend auf nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften zurückzuführen(4,5 Mrd €), welche vor allem Papiere mit einer Laufzeit von über einem Jahr platzierten.

Die öffentliche Hand begab im September Schuldverschreibungen in Höhe von netto 2,7 Mrd € (nach 12,0 Mrd € im August). Ausschlaggebend war im Ergebnis ausschließlich der Bund inklusive der ihm zuzurechnenden Abwicklungsanstalt (2,9 Mrd €). Der Bund selbst emittierte vor allem fünfjährige Bundesobligationen (3,5 Mrd €), in geringerem Umfang aber auch unverzinsliche Bubills (1,2 Mrd €) und 30-jährige Bundesanleihen (1,1 Mrd €). Dem standen Nettotilgungen von zweijährigen Bundesschatzanweisungen (5,3 Mrd €) gegenüber. Die Länder und Gemeinden tilgten im Ergebnis Anleihen für 0,3 Mrd €.

Auf der Erwerberseite trat im Berichtsmonat vor allem die Bundesbank auf. Sie erwarb – im Rahmen der Ankaufprogramme des Eurosystems – Schuldverschreibungen für 17,8 Mrd €; hierbei handelte es sich weit überwiegend um inländische Titel öffentlicher Emittenten. Inländische Nichtbanken kauften Schuldverschreibungen für netto 10,3 Mrd €, während gebietsfremde Investoren sowie heimische Kreditinstitute Schuldtitel für netto 6,1 Mrd € beziehungsweise 4,0 Mrd € veräußerten.

Aktienmarkt

Am deutschen Aktienmarkt wurden von inländischen Gesellschaften im Berichtsmonat neue Aktien für 0,2 Mrd € begeben. Der Bestand an ausländischen Dividendentiteln am deutschen Markt stieg im gleichen Zeitraum um 3,4 Mrd €. Erworben wurden Aktien per saldo fast ausschließlich von inländischen Nichtbanken (3,8 Mrd €), die vor allem ausländische Titel in ihr Portfolio aufnahmen. Heimische Kreditinstitute erweiterten ihr Aktienportfolio um 0,5 Mrd €, während ausländische Investoren Dividendentitel per saldo für 0,7 Mrd € veräußerten.

Investmentfonds

Inländische Investmentfonds verzeichneten im September per saldo Mittelzuflüsse in Höhe von 8,1 Mrd € (August: 5,2 Mrd €). Hiervon profitierten im Ergebnis weit überwiegend die institutionellen Anlegern vorbehaltenen Spezialfonds (7,2 Mrd €). Von den Fondsanbietern verkauften vor allem Gemischte Wertpapierfonds neue Anteilscheine (4,2 Mrd €), daneben aber auch Rentenfonds (1,3 Mrd €) und Dachfonds (0,9 Mrd €). Der Umlauf der in Deutschland vertriebenen ausländischen Fondsanteile stieg im Berichtsmonat um 3,8 Mrd €. Erworben wurden Investmentanteile im September fast ausschließlich von inländischen Nichtbanken (11,5 Mrd €). Heimische Kreditinstitute erwarben Anteilscheine für netto 0,6 Mrd €, während sich ausländische Investoren von Fondsanteilen für netto 0,2 Mrd € trennten.