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Entwicklung der Bankendichte im Jahr 2010

Entwicklung der Bankendichte im Jahr 2010

15.04.2011 | Deutsche Bundesbank

Anzahl der Kreditinstitute nimmt in geringem Umfang ab

Der Konsolidierungsprozess im Bankensektor hat sich im Jahr 2010 gegenüber dem Vorjahr moderat fortgesetzt. Im Verlauf des Jahres 2010 sank die Gesamtzahl der Kreditinstitute von 2.128 um 35 auf 2.093 Institute (zum Vergleich: 2005: 2.344 Institute; 2000: 2.911 Institute)1. Dies entspricht einem prozentualen Rückgang von 1,6 % der deutschen Kreditinstitute im Jahr 2010; innerhalb der letzten zehn (fünf) Jahre ging die Gesamtzahl um rd. 28 % (rd. 11 %) zurück.
Insgesamt waren im Jahr 2010 22 Zugänge sowie 57 Abgänge zu verzeichnen, von denen allein 19 (zum Vergleich 2009: 40) auf Fusionen im genossenschaftlichen Sektor zurückzuführen sind (Rückgang um 1,7 % aller Kreditgenossenschaften). Im Bereich der Sparkassen verschmolzen zwei Institute (im Vorjahr sieben) mit Instituten derselben Bankengruppe. Die Anzahl der Kreditbanken verringerte sich im Laufe des Jahres 2010 insgesamt um 14 (im Vorjahr nur eine) auf 382 Banken. Dabei entfielen jeweils sieben Abgänge saldiert auf die „Regional- und Wertpapierhandelsbanken und sonstigen Kreditbanken“ sowie auf die „Zweigstellen ausländischer Banken und Wertpapierhandelsbanken“. Die Gesamtzahl der „Sonstigen Banken“ blieb mit 129 Instituten konstant, wobei die Zahl der privaten Bausparkassen und Wohnungsunternehmen mit Spareinrichtung jeweils um eins abnahm, während die Kreditinstitute mit Sonderaufgaben aufgrund einer Umgruppierung und die E-Geld-Institute sich jeweils um eins erhöhten (vgl. Tabelle 1).

Anzahl inländischer Zweigstellen weiter rückläufig

Die Anzahl der inländischen Zweigstellen reduzierte sich im Jahr 2010 um 698 Filialen bzw. 1,8 % auf 38.183 Zweigstellen2 (zum Vergleich: 2005: 44.100 Zweigstellen; 2000: 56.936 Zweigstellen). Rückgänge waren in allen Sektoren des Kreditgewerbes zu verzeichnen. Die Verringerung belief sich bei den „Sonstigen Instituten“ auf 247, den Sparkassen auf 241, den Kreditbanken auf 108 und beim genossenschaftlichen Sektor auf 98 Zweigstellen. Die öffentlich-rechtlichen Institute verfügen mit 13.496 Filialen weiterhin über die größte Filialzahl (Anteil: 35,3 %). Der genossenschaftliche Sektor unterhält 12.057 Filialen und kommt damit auf einen Anteil von 31,6 %. Auf den Bereich der Kreditbanken entfallen 10.581 Zweigstellen², dies entspricht einem Anteil von 27,7 %. Der Rückgang betraf in diesem Teil des Kreditgewerbes vor allem das Zweigstellennetz der Großbanken (- 81) . Außerdem verringerten die „Regional- und Wertpapierhandelsbanken und sonstigen Kreditbanken“ die Anzahl ihrer Filialen um 36 Zweigstellen, während die „Zweigstellen ausländischer Banken und Wertpapierhandelsbanken“ ihr Filialnetz um neun ausbauten.
Die verbleibenden 1.779 Zweigstellen (2009: 2.026) verteilen sich auf die sonstigen Kreditinstitute. Entgegen dem Trend der Vorjahre reduzierten insbesondere die privaten Bausparkassen ihr Niederlassungsnetz um 247 Zweigstellen (- 12,2 %) sehr deutlich (vgl. Tabelle 2).

Auslandspräsenz – weniger Auslandstöchter, leichte Zunahme der Auslandsfilialen

Auch die Auslandstätigkeit deutscher Kreditinstitute aller Bankengruppen folgt insgesamt einem abnehmenden Trend. Die Anzahl der im Ausland ansässigen Tochterunternehmen3 deutscher Kreditinstitute verringerte sich um 10,9 % bzw. 37 von 338 im Vorjahr auf nunmehr 301 solcher Beteiligungen.
Hingegen hat sich die Zahl der Filialen deutscher Kreditinstitute im Ausland im Laufe des Jahres 2010 leicht um sechs Zweigstellen bzw. 2,4 % auf 259 Auslandsfilialen erhöht. Nach wie vor befindet sich der überwiegende Teil der ausländischen Bankstellen in Europa (vgl. Tabelle 3).

Fußnoten:

1. Veränderungen werden als Nettowerte aus Zu- und Abgängen angegeben.
2. Im Großbankensektor erfolgte hinsichtlich der Auslegung des Zweigstellenbegriffs gegenüber den Vorjahren eine statistische Bereinigung.
3. Beteiligung an einem ausländischen Kreditinstitut mit mehr als 50 %

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