Hohe Nettoemissionen am deutschen Rentenmarkt im November 2020

12.01.2021 | Deutsche Bundesbank

Rentenmarkt

Das Emissionsvolumen am deutschen Rentenmarkt belief sich im November 2020 auf brutto 120,0 Mrd € (Vormonat: 128,8 Mrd €). Nach Abzug der im Vergleich zum Vormonat deutlich geringeren Tilgungen und unter Berücksichtigung der Eigenbestandsveränderungen der Emittenten stieg der Umlauf heimischer Rentenwerte um 26,6 Mrd €. Der Umlauf ausländischer Schuldverschreibungen in Deutschland sank dagegen um 5,2 Mrd €. Das Mittelaufkommen aus dem Verkauf in- und ausländischer Schuldverschreibungen am deutschen Markt betrug somit 21,3 Mrd €.

Die öffentliche Hand begab im Berichtsmonat Anleihen für netto 27,1 Mrd €. Dies war im Ergebnis vorrangig auf den Bund zurückzuführen (20,3 Mrd €). Er begab vor allem Bundesobligationen (15,6 Mrd €) daneben aber auch zweijährige Schatzanweisungen (4,5 Mrd €) und zehnjährige Anleihen (3,4 Mrd €). Dagegen tilgte er unverzinsliche Schatzanweisungen (Bubills) in der Nettobetrachtung (3,6 Mrd €). Die Länder und Gemeinden emittierten Anleihen für netto 6,7 Mrd €.

Inländische Unternehmen erhöhten im Berichtsmonat ihre Kapitalmarktverschuldung um netto 0,5 Mrd €. Im Ergebnis begaben überwiegend Versicherungsunternehmen neue Anleihen, aber auch Sonstige Finanzinstitute waren am Markt aktiv. Der Großteil der Anleiheemissionen wies Laufzeiten von über einem Jahr auf. Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften tilgten hingegen eigene Anleihen.

Der Umlauf von Schuldverschreibungen heimischer Kreditinstitute sank im November um 1,0 Mrd €, nach einem Rückgang um 16,3 Mrd € im Monat zuvor. Es wurden im Ergebnis vor allem Schuldverschreibungen der Spezialkreditinstitute (1,3 Mrd €) und Hypothekenpfandbriefe (1,2 Mrd €) getilgt. Dem standen Nettoemissionen von flexibel gestaltbaren sonstigen Bankschuldverschreibungen in Höhe von 2,4 Mrd € gegenüber.

Unter den Anlegergruppen trat auf der Erwerberseite im November im Ergebnis vor allem die Bundesbank in Erscheinung. Sie erwarb – in erster Linie im Rahmen der Ankaufprogramme des Eurosystems – Schuldverschreibungen für netto 27,7 Mrd €. Inländische Kreditinstitute und heimische Nichtbanken vergrößerten ihre Bestände an Rentenpapieren um 1,5 Mrd € beziehungsweise 1,1 Mrd €. Während die Banken vorrangig ausländische Wertpapiere erwarben, lag bei den Nichtbanken der Fokus bei inländischen Werten. Ausländische Investoren veräußerten deutsche Schuldverschreibungen für per saldo 8,9 Mrd €.

Aktienmarkt

Am deutschen Aktienmarkt begaben inländische Gesellschaften im Berichtsmonat neue Aktien für 0,2 Mrd € (Oktober: 1,1 Mrd €). Der Umlauf ausländischer Aktien am deutschen Markt stieg im gleichen Zeitraum um 9,6 Mrd €. Erworben wurden Dividendentitel im Ergebnis überwiegend von inländischen Nichtbanken (8,1 Mrd €) und heimischen Kreditinstituten (1,9 Mrd €), während ausländische Investoren ihre Aktienbestände in Deutschland geringfügig verringerten (0,2 Mrd €).

Investmentfonds

Inländische Investmentfonds setzten im November Anteilscheine für netto 7,5 Mrd € am Markt ab (Vormonat: 11,7 Mrd €). Neue Mittel flossen im Ergebnis nahezu zu gleichen Teilen den Publikumsfonds sowie den institutionellen Anlegern vorbehaltenen Spezialfonds zu (3,8 Mrd € bzw. 3,7 Mrd €). Unter den Anlageklassen verzeichneten vor allem Gemischte Wertpapierfonds und Aktienfonds Mittelzuflüsse (4,1 Mrd € bzw. 4,0 Mrd €). Hingegen nahmen Rentenfonds Anteilscheine für netto 2,0 Mrd € zurück. Ausländische Fondsgesellschaften brachten am deutschen Markt im Berichtsmonat Anteile für 7,6 Mrd € unter. Auf der Erwerberseite traten im Ergebnis nahezu ausschließlich inländische Nichtbanken in Erscheinung, sie nahmen Fondsanteile für netto 14,4 Mrd € in den Bestand. Ausländische Investoren erwarben deutsche Fondsanteile für per saldo 0,9 Mrd €, während heimische Kreditinstitute Anteilscheine für netto 0,1 Mrd € veräußerten.