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Hohe Nettotilgungen am deutschen Rentenmarkt im Dezember 2018

Hohe Nettotilgungen am deutschen Rentenmarkt im Dezember 2018

11.02.2019 | Deutsche Bundesbank

Rentenmarkt

Am deutschen Rentenmarkt war die Emissionstätigkeit im Dezember 2018 – wie häufig zum Ende eines Jahres – schwächer als im Vormonat. Insgesamt wurden inländische Schuldver­schreibungen für 58,1 Mrd  emittiert, verglichen mit 95,5 Mrd € im November. Nach Abzug der gegenüber dem Vormonat höheren Tilgungen und unter Berücksichtigung der Eigenbestandsveränderungen der Emittenten verringerte sich der Umlauf heimischer Rentenwerte um 31,4 Mrd €. Darüber hinaus sank der Umlauf ausländischer Schuldverschreibungen in Deutschland im Dezember um 8,3 Mrd €, sodass im Ergebnis 39,6 Mrd € an die Anleger zurückflossen.

Die öffentliche Hand verringerte im Berichtsmonat ihre Verbindlichkeiten am Rentenmarkt per saldo um 19,9 Mrd , nach Nettoemissionen in Höhe von 7,1 Mrd € im Monat zuvor. Der Bund tilgte vor allem zweijährige Schatzanweisungen (10,6 Mrd €), aber auch unverzinsliche Schatzanweisungen (4,9 Mrd €). Die Länder und Gemeinden tilgten im Berichtsmonat Anleihen für netto 2,5 Mrd €.

Die Kreditinstitute führten im Dezember ihre heimische Kapitalmarktverschuldung ebenfalls zurück, und zwar um 9,3 Mrd . Die größten Tilgungen waren im Ergebnis bei den Schuldverschreibungen der Spezialkreditinstitute (7,4 Mrd €) zu verzeichnen. Darüber hinaus wurden auch flexibel gestaltbare Sonstige Bankschuldverschreibungen und Öffentliche Pfandbriefe getilgt (1,9 Mrd € bzw. 0,8 Mrd €). Hingegen emittierten die Kreditinstitute Hypothekenpfandbriefe für per saldo 0,7 Mrd €.

Inländische Unternehmen tilgten im Dezember eigene Anleihen für per saldo 2,1 Mrd , nach 0,7 Mrd € im Monat davor. Die Tilgungen waren im Ergebnis überwiegend auf Sonstige Finanzinstitute (3,6 Mrd €) sowie Commercial Paper (1,5 Mrd €) und in einem geringen Umfang auf Versicherungsunternehmen (0,5 Mrd €) zurückzuführen, während nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften Anleihen netto begaben (3,5 Mrd €).

Als Erwerber von Rentenpapieren traten im Ergebnis überwiegend die inländischen Nichtbanken in Erscheinung. Sie erweiterten ihre Rentenportfolios um 3,5 Mrd . Hier standen inländische Titel privater Emittenten im Vordergrund des Kaufinteresses. Die Bundesbank erwarb, vor allem im Rahmen der Ankaufprogramme des Eurosystems, Schuldverschreibungen für netto 3,3 Mrd €; dabei handelte es sich fast ausschließlich um inländische Staatsanleihen. Ausländische Investoren reduzierten dagegen ihre Bestände an Rentenwerten (39,5 Mrd €), ebenso wie heimische Kreditinstitute (7,0 Mrd €).

Aktienmarkt

Am deutschen Aktienmarkt wurden im Dezember neue Aktien für 0,5 Mrd  begeben, nach 0,2 Mrd € im Vormonat. Darüber hinaus stieg der Umlauf ausländischer Aktien in Deutschland um 10,8 Mrd €. Erworben wurden Dividendenwerte im Berichtsmonat im Ergebnis allein von inländischen Nichtbanken (13,7 Mrd €). Gebietsfremde Investoren sowie heimische Kreditinstitute veräußerten Aktien für netto 1,7 Mrd € beziehungsweise 0,6 Mrd €.

Investmentfonds

Inländische Investmentfonds verzeichneten im Berichtsmonat einen deutlichen Mittelzufluss in Höhe von 16,9 Mrd , nach bereits überdurchschnittlichen 11,1 Mrd € im November. Hiervon profitierten ausschließlich Spezialfonds (18,7 Mrd €), welche institutionellen Anlegern vorbehalten sind. In den einzelnen Anlageklassen verzeichneten vor allem Gemischte Wertpapierfonds (6,4 Mrd €) und Rentenfonds (5,8 Mrd €) Mittelzuflüsse, in geringerem Umfang aber auch Dachfonds (3,2 Mrd €) und Offene Immobilienfonds (2,5 Mrd €). Ausländische Fondsgesellschaften setzten im Dezember Anteilscheine für 0,8 Mrd € am deutschen Markt ab. Erworben wurden Investmentfondsanteile im Ergebnis fast ausschließlich von inländischen Nichtbanken (17,9 Mrd €). Ausländische Investoren nahmen Fondsanteile für netto 0,5 Mrd € in ihre Portfolios, während heimische Kreditinstitute Anteilscheine für per saldo 0,7 Mrd € verkauften.

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