Januar-Ergebnisse der Umfrage zum Kreditgeschäft (Bank Lending Survey) in Deutschland

17.01.2017 | Deutsche Bundesbank EN

Die deutschen Kreditinstitute nahmen im Hinblick auf ihre Kreditvergabepolitik im vierten Quartal 2016 insgesamt nur geringe Anpassungen vor. Das ergab die jüngste Umfrage zum Kreditgeschäft unter den in Deutschland ansässigen befragten Banken.

Die Vergabestandards im Firmenkundengeschäft und im Bereich der privaten Wohnungsbaukredite blieben unterm Strich konstant. Lediglich bei der Mittelbereitstellung für Konsumentenkredite zeigten sich die Banken leicht expansiv. Auch die Anpassung der Margen hielt sich in Grenzen: So verringerten die Institute ihre Margen im Unternehmenskreditgeschäft unabhängig von der Schuldnerbonität per saldo nur leicht. Im Konsumfinanzierungsgeschäft und bei durchschnittlich riskanten Wohnungsbaukrediten blieben die Margen stabil. Moderat ausgeweitet wurden sie bei risikoreicheren Wohnungsbaukrediten.

Die Nachfrage nach Krediten stieg den Angaben der deutschen Banken zufolge. So nahm der Mittelbedarf vonseiten der Unternehmen merklich und im Bereich der Konsumentenkredite und der privaten Baufinanzierungen jeweils geringfügig zu, nachdem die teilnehmenden Institute die Nachfrage nach privaten Baufinanzierungen im Vorquartal per saldo noch als rückläufig eingeschätzt hatten.

Die Januar-Umfrage enthielt zusätzliche Fragen zu den Refinanzierungsbedingungen der Banken, zu den Auswirkungen der neuen regulatorischen und aufsichtlichen Aktivitäten (hierzu zählen u.a. die in der CRR/CRD IV festgelegten Eigenkapitalanforderungen und die aus dem Comprehensive Assessment resultierenden Anforderungen) sowie zur Teilnahme der Banken an den gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäften (GLRG und GLRG II). Die deutschen Banken berichteten von einer im Vergleich zum Vorquartal wenig veränderten Refinanzierungssituation vor dem Hintergrund der Lage an den Finanzmärkten. Im Hinblick auf die neuen regulatorischen und aufsichtlichen Aktivitäten reduzierten die Banken in der zweiten Jahreshälfte 2016 ihre risikogewichteten Aktiva per saldo weiter und stärkten ihre Eigenkapitalposition erneut. Am GLRG II im Dezember 2016 zeigten die befragten Institute moderates Interesse. Ihre Teilnahme begründeten sie mit den attraktiven Konditionen der Geschäfte. Ihren Angaben zufolge sollen die aufgenommenen Mittel entsprechend dem Zweck der geldpolitischen Maßnahme in erster Linie zur Kreditvergabe verwendet werden. Die finanzielle Situation der teilnehmenden Banken verbesserte sich insgesamt leicht, Auswirkungen auf ihre Kreditstandards erwarten die Institute aber kaum.

Im Euro-Raum insgesamt ließen die befragten Institute ihre Standards sowohl im Firmenkundengeschäft als auch im Geschäft mit privaten Haushalten im Wesentlichen unverändert.

Die Nachfrage nach privaten Wohnungsbaukrediten legte im Euro-Raum kräftig zu. Spürbare Zuwächse beim Mittelbedarf verzeichneten die Banken im Geschäft mit Unternehmen und Konsumfinanzierungen.

Die Refinanzierungssituation veränderte sich nach Angabe der Banken Im Euro-Raum insgesamt kaum. Im Zuge der neuen regulatorischen und aufsichtlichen Aktivitäten stärkten die Banken in der zweiten Jahreshälfte 2016 ihre Eigenkapitalposition weiter. Wie schon bei den vorangegangenen Geschäften stieß auch das GLRG II vom Dezember 2016 bei den befragten BLS-Banken des Euro-Raums auf ein stärkeres Interesse als bei den deutschen Instituten.