Neues BIZ-Innovationszentrum für globale Finanzinnovation in Frankfurt und Paris

29.06.2020 | Deutsche Bundesbank EN

Die Deutsche Bundesbank wird ein Knotenpunkt für gemeinsame digitale Finanzinnovationen der Zentralbanken aus aller Welt. Zusammen mit der französischen Notenbank baut sie ein Innovationszentrum an den Standorten Frankfurt am Main und Paris auf. Die beiden Notenbanken gehören damit für das Eurosystem zum globalen Netzwerk „BIZ Innovation Hub“ der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), wie die „Bank der Zentralbanken“ heute in Basel nach Abschluss eines Wettbewerbsverfahrens mitteilte.

Als Betreiber des Standorts Frankfurt freuen wir uns darauf, gemeinsam mit Notenbanken aus aller Welt die Digitalisierung im Finanzsystem voranzutreiben“, kommentierte Bundesbankpräsident Jens Weidmann den Beschluss der BIZ vom Dienstag. Die internationale Gemeinschaft der Zentralbanken solle dabei an der Innovationskraft der Bundesbank teilhaben und von ihrer operativen Stärke im Betrieb von IT-Systemen profitieren. Umgekehrt erhoffe er sich von den Partnerzentralbanken vielfältige Impulse für die technologische Weiterentwicklung der Bundesbank, so Weidmann. „Wir werden mit großer Neugier und viel kreativem Elan zielorientierte innovative Lösungen entwickeln. Mit digitalen Zentralbankinnovationen können wir das Finanzsystem von morgen stabiler und leistungsfähiger machen“, führte der Bundesbankpräsident aus.

Für die Zusammenarbeit öffnet die Bundesbank ihre eigene Innovationswerkstatt in Frankfurt für die internationalen Partnerinstitutionen. Schon seit einigen Jahren investiert die Bundesbank massiv in moderne Technologien wie Big Data und maschinelles Lernen. In Innovationen sieht sie eine wichtige Voraussetzung, um auch künftig ihrer Stabilitätsverpflichtung nachzukommen. Innovative Anwendungen im Zentralbankwesen können zum Beispiel den Zahlungsverkehr effizienter gestalten, Finanzaufsicht in Echtzeit ermöglichen und die Cybersicherheit erhöhen. Ein wesentlicher Nutzen der nun vereinbarten Vernetzung liegt im Auf- und Ausbau eines internationalen digitalen Ökosystems der Zentralbanken, in dem sie Anwendungen und Technologien bündeln können.

Insgesamt wird das „BIZ Innovation Hub“ aus sieben globalen Knotenpunkten bestehen. Auch mit der Bank of Canada, der Bank of England und einer Gruppe von vier nordeuropäischen Zentralbanken wird die BIZ Innovationszentren eröffnen. Schon im vergangenen Jahr wurden die ersten drei Innovationszentren bei der Hongkong Monetary Authority, der Monetary Authority of Singapore und der Schweizerischen Nationalbank eröffnet.