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Auswirkungen aus dem finalen Basel III-Reformpaket unverändert

Auswirkungen aus dem finalen Basel III-Reformpaket unverändert

20.03.2019 | Deutsche Bundesbank

Die Auswirkungen aus dem finalen Basel III-Reformpaket für deutsche Institute sind für den Stichtag Mitte 2018 im Vergleich zur erstmaligen Untersuchung mit Stichtag Ende 2017 auf gleichem Niveau. Dies ist das Ergebnis einer heute veröffentlichten Studie der Deutschen Bundesbank. Sie untersucht seit 2011 halbjährlich, wie sich die Eigenkapitalreformen und die Liquiditätsstandards aus den Basel III-Reformpaketen auf deutsche Institute auswirken. Für die aktuellen Studie stellten 35 Institute Daten zur Verfügung, davon sieben der Gruppe 1, welche über eine Kernkapitalausstattung von mindestens 3 Mrd  verfügen und international aktiv sind, sowie weitere 28 Institute der Gruppe 2.

Die Untersuchung betrachtet neben der vollständigen Einführung der europäischen Bankenregulierung CRR/CRD IV, welche das initiale Basel III-Reformpaket aus dem Jahre 2010 in EU-Recht umsetzt, auch die Elemente aus dem finalen Basel III-Reformpaket, welches Ende 2017 durch den Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht beschlossen wurde. Stellte das initiale Reformpaket vor allem höhere Anforderungen an Qualität und Quantität der vorzuhaltenden Eigenmittel, sowie verbindliche Kapitalanforderungen an die Verschuldungsquote und neue Anforderungen an die Liquiditätsausstattung der Institute, beinhaltet das finale Basel III-Reformpaket vor allem eine Überarbeitung der Ermittlung der risikogewichteten Aktiva (RWA), inklusive der Einführung des sogenannten Output Floor in Höhe von 72,5 %. Die Elemente des finalen Basel III-Reformpakets sollen bis zum Jahr 2022 vollständig in europäisches bzw. nationales Recht überführt werden; der Output Floor wird dabei schrittweise eingeführt, beginnend mit einem Faktor von 50 % im Jahr 2022 bis zur Zielgröße 72,5 % im Jahr 2027.

Die erstmalige Studie der Bundesbank zur Vollumsetzung des finalen Basel III-Reformpakets mit Daten zum 31.12.2017 zeigte, dass die Mindestkapitalanforderungen für deutsche Institute im Mittel um 23,7 % steigen. Die nun aktualisierte Auswertung zum Stichtag 30.06.2018 bestätigt diesen Wert und weist eine Erhöhung der Mindestkapitalanforderungen im Mittel um 23,6 % auf. Haupttreiber für die Veränderungen ist nach wie vor der Output Floor, auf welchen 17,8 Prozentpunkte der Erhöhung entfallen. Die Auswirkung des Output Floor erhöht sich entlang seiner Einführungsphase von 0,6 % auf 17,8 %. „Deutsche Institute sind mit Blick auf den großzügigen Zeitrahmen solide aufgestellt, um die Herausforderungen aus dem Basel III-Reformpaket und dem Output-Floor im Speziellen zu meistern“, sagte Joachim Wuermeling, der für Banken- und Finanzaufsicht zuständige Vorstand der Deutschen Bundesbank, und betonte „die Bundesbank wird sich entschieden dafür einsetzen, das auf internationaler Ebene verabschiedete Reformpaket vollständig in EU-Recht umzusetzen“.

Der Gesamtkapitalbedarf bei einer Vollumsetzung des finalen Basel III-Reformpakets hat sich im Vergleich zur vergangenen Erhebung von 12,2 Mrd  auf 15,5 Mrd  leicht erhöht. Dies entspricht auf Basis einer konsistenten Stichprobe rund einem Viertel des ursprünglichen Kapitalbedarfs aus der erstmaligen Erhebung zum Stichtag 30.06.2011.

Die ebenfalls untersuchten Anforderungen an die Liquiditätsausstattung der Institute werden nahezu flächendeckend erfüllt. Alle Institute weisen eine Liquidity Coverage Ratio (LCR) von über 100 % auf. Zur Erfüllung der Net Stable Funding Ratio (NSFR) besteht nur noch ein geringer zusätzlicher Bedarf an stabiler Finanzierung.

Die halbjährliche Datenanalyse der Deutschen Bundesbank findet im Rahmen des Basel III-Monitoring des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht und der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) seit 2011 statt. Beide Institutionen haben heute ebenfalls ihre Berichte zum Stichtag 30. Juni 2018 veröffentlicht. An der europäischen Erhebung beteiligten sich 133 Institute aus 18 EU-Mitgliedsländern auf freiwilliger Basis.

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