Basel III-Monitoring

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht untersucht seit 2011 im Rahmen des Basel III-Monitoring die Auswirkungen der Eigenkapitalanforderungen sowie der neuen Liquiditätsstandards auf ausgewählte Institute. Das Monitoring wird halbjährlich zu den Stichtagen Ende Dezember und Ende Juni durchgeführt. Aufgrund der Covid 19-Pandemie wurde die Erhebung im Juni 2020 ausgesetzt. Seit Dezember 2020 wird der regelmäßige Turnus wieder verfolgt. Ziele dieser Auswirkungsstudie sind unter anderen, das Anpassungsverhalten der Institute vor Inkrafttreten der Regeländerungen zu beobachten sowie die Änderungen der Eigenmittelanforderungen aus einer Vollumsetzung abzuschätzen. Der statistische Anhang zum aktuellen Stichtag (31.12.2021) enthält die Auswirkungen des finalen Basel III-Reformpakets, welches im Dezember 2017 vom Baseler Ausschuss beschlossen wurde. Erstmals enthält der statistische Anhang auch Abschätzungen zum Umsetzungsvorschlag der EU-Kommission.

Ergebnisse des Basel III-Monitoring für deutsche Institute zum Stichtag 31.12.2021

  • Der Anstieg der Mindestkapitalanforderungen, der aus der Einführung des finalen Basel III-Reformpakets resultiert, liegt für diesen Stichtag bei 16,7 %. Analog zu den vorherigen Stichtagen ist der Anstieg für Gruppe 1-Institute (große, international aktive Institute) mit 18,7 % höher als für Gruppe 2-Institute (alle übrigen Institute), welche einen Anstieg von 11,4 % aufweisen.
  • Im Vergleich zum vorherigen Stichtag hat sich der Anstieg leicht erhöht. Die Veränderung ist dabei auf zwei gegensätzliche Entwicklungen zurückzuführen. Zum einen haben Portfolioveränderungen der bisherigen Teilnehmer zu einem Anstieg der Mindestkapitalanforderungen um 5,2 Pp geführt. Zum anderen kompensiert die Ausweitung der Stichprobe einen Großteil dieses Anstiegs. Insgesamt erhöht sich der Anstieg im Vergleich zum vorherigen Stichtag um 0,8 Pp.
  • Unverändert bleibt der Output-Floor der Haupttreiber für den Anstieg der Mindestanforderungen der deutschen Institute. Für fast ein Drittel der teilnehmenden Institute stellt dieser ab dem Zeitpunkt der vollständigen Umsetzung die bindende Kapitalanforderung dar.
  • Parallel zum Anstieg der Mindestkapitalanforderungen sinkt die harte Kernkapitalquote bei einer Vollumsetzung des finalen Basel III-Reformpakets von aktuell 16,5 % auf 13,1 %. Die Leverage Ratio ist seit Juni 2021 vollständig in Kraft und liegt für die teilnehmenden Institute bei 5,8 %.
  • Der Umsetzungsvorschlag der EU-Kommission reduziert die Auswirkungen für deutsche Institute. Auf Grundlage des EU-Kommissionsvorschlags von Oktober 2021 und unter Berücksichtigung der Übergangsregeln im Output-Floor, wird der Anstieg der Mindestkapitalanforderungen auf 5,4 % geschätzt. Nach Ablauf der Übergangsregeln im Output-Floor in 2033 erhöht sich der voraussichtliche Anstieg auf 11,1 %. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Analyse, analog zu den Studien der EBA, neben dem G-SIB-Puffer und dem Kapitalerhaltungspuffer auch Anforderungen aus dem A-SRI-Puffer, dem antizyklischem Kapitalpuffer und aus Säule 2 (P2R) berücksichtigt.
  • Die Anforderungen an die Liquiditätsausstattung der Institute werden weit über den Mindestanforderungen erfüllt. Im Aggregat zeigt sich im Vergleich zum vorherigen Stichtag sowohl für die LCR (167,1 %; +5,6 Pp) als auch die NSFR (124,8 %; +0,2 Pp) eine leichte Steigerung.