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Basel III-Monitoring

Basel III-Monitoring

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht untersucht seit 2011 im Rahmen des Basel III-Monitoring die Auswirkungen der Eigenkapitalanforderungen sowie der neuen Liquiditätsstandards auf ausgewählte Institute. Das Monitoring wird halbjährlich zu den Stichtagen Ende Dezember und Ende Juni durchgeführt. Ziele dieser Auswirkungsstudie sind unter anderem, das Anpassungsverhalten der Institute vor Inkrafttreten der Regeländerungen zu verfolgen sowie den möglichen Kapitalbedarf aus einer Vollumsetzung abzuschätzen. Der statistische Anhang zum aktuellen Stichtag (31.12.2018) enthält die Auswirkungen des finalen Basel III-Reformpakets, welches im Dezember 2017 vom Baseler Ausschuss beschlossen wurde.

Ergebnisse des Basel III-Monitoring für deutsche Institute zum Stichtag 31.12.2018

  • Der Gesamtkapitalbedarf bei einer Vollumsetzung des finalen Basel III-Reformpakets hat sich im Vergleich zur vergangenen Erhebung zum Stichtag 30.06.2018 von 15,5 Mrd € auf 14,0 Mrd € verringert. Dies entspricht auf Basis einer konsistenten Stichprobe rund einem Viertel des ursprünglichen Gesamtkapitalbedarfs aus der erstmaligen Erhebung zum Stichtag 30.06.2011.
  • Die Mindestkapitalanforderungen steigen im Aggregat um 22,2 % und sind somit im Vergleich zur Vorperiode um 1,4 Prozentpunkte gesunken. Dieser Rückgang lässt sich wesentlich auf die Überarbeitungen im Bereich Marktrisiko (FRTB) zurückführen, welche im Januar 2019 vom Baseler Ausschuss veröffentlicht und nun erstmalig in den Auswirkungsstudien berücksichtigt wurden. Haupttreiber für den Anstieg ist der Output-Floor i.H.v. 72,5 %. Entlang seiner Einführungsphase erhöhen sich die Auswirkungen aus dem Output-Floor von 0,2 % im Jahre 2022 auf 17,6 % im Jahre 2027. Voll eingeführt stellt der Output-Floor für rund ein Viertel der Institute die bindende Kapitalanforderung dar.
  • Die harte Kernkapitalquote sinkt bei einer Vollumsetzung des finalen Basel III-Reformpakets von aktuell 14,5 % auf 10,7 % und ist somit im Vergleich zur Vorperiode um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Die Leverage Ratio sinkt bei der Einführung des finalen Rahmenwerks um 0,2 Prozentpunkte auf 4,4 %.
  • Die Auswirkungen aus der Überarbeitung der Kreditrisiken i.H.v. 3,6 % verteilen sich auf die Bereiche Kreditrisikostandardansatz (1,7 %), IRBA (0,5 %) und Verbriefungen (1,5 %). Während Gruppe-1-Institute am stärksten von der Überarbeitung der Regelungen für Verbriefungen betroffen sind, weisen Institute der Gruppe 2 bei der Überarbeitung des Kreditrisikostandardansatzes die höchsten Auswirkungen auf.
  • Die Auswirkungen aufgrund der Einführung des FRTB betreffen vor allem größere Handelsbuchinstitute. Erstmalig berücksichtigt die Auswirkungsstudie das im Januar 2019 veröffentlichte rekalibrierte Marktrisikorahmenwerk. Der aufgrund der Überarbeitungen erwartete Rückgang des durch den FRTB induzierten RWA-Auftriebs bestätigt sich. Ein Vergleich zur Vorperiode wird durch hohe Bestandsveränderungen im Handelsbuch erschwert, jedoch zeigt sich ein Rückgang der Mindestkapitalanforderungen von 4,6 % auf 3,3 %. Innerhalb dieser Stichprobe berechnen sowohl Gruppe-1- als auch Gruppe-2-Institute über 50 % ihrer Mindestkapitalanforderungen für Marktrisiken mit internen Modellen.
  • Zur Ermittlung der CVA-Risiken werden 73 % der Mindestkapitalanforderungen der Gruppe-1-Institute mit Hilfe des neuen Standardansatzes bestimmt. Für Institute der Gruppe 2 werden diese zu 84 % durch den neuen Basisansatz berechnet. Drei der zehn Gruppe-2-Institute liegen unterhalb der Materialitätsgrenze und können ihre Kapitalanforderungen aus dem Kontrahentenausfallrisiko übernehmen. Der Rückgang der Auswirkungen auf die Mindestkapitalanforderungen für Institute der Gruppe 2 im Vergleich zur Vorperiode ist durch einige wenige Institute sowie durch Veränderungen der Stichprobe getrieben. Unter der Annahme, dass die EU-spezifischen Ausnahmeregelungen (vgl. CRR Artikel 382) bei der Umsetzung des finalen Basel III-Reformpakets nicht fortgeführt werden, erhöht sich der Anstieg der Mindestkapitalanforderungen für CVA-Risiken im Aggregat von 1,5 % auf 5,7 %.
  • Die Veränderungen der Mindestkapitalanforderungen für operationelle Risiken hängen in erhöhtem Maße von der Kalibrierung des internen Verlustmultiplikators (ILM) ab. Sofern institutsspezifische Aufwands- und Ertragsgrößen herangezogen werden, steigen die Mindestkapitalanforderungen, wird der ILM gemäß des nationalen Wahlrechts auf einen Wert von eins gesetzt, sinken die Mindestkapitalanforderungen. Dieser Effekt ist speziell für Institute der Gruppe 1 ausgeprägt. Die Mindestkapitalanforderungen für operationelle Risiken unter Vollumsetzung des finalen Basel III-Reformpakets sind im Vergleich zur Vorperiode leicht gesunken, da zum aktuellen Stichtag in der Verlustberechnung über die vergangenen zehn Jahre das vergleichsweise verlustreiche Jahr 2008 weggefallen ist.
  • Die neuen Anforderungen an die Liquiditätsausstattung der Institute werden nahezu flächendeckend erfüllt. Im Aggregat liegt die LCR bei 148 %, die NSFR bei 112 %. Zur Erfüllung der Mindestanforderung an die LCR besteht bei keinem der teilnehmenden Institute ein zusätzlicher Bedarf an liquiden Mitteln. Zur Erfüllung der NSFR besteht ein Restbedarf an stabiler Refinanzierung von rund 7,9 Mrd €.
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