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Basel III-Monitoring

Basel III-Monitoring

20.03.2019 EN

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht untersucht seit 2011 halbjährlich im Rahmen des Basel III-Monitoring die Auswirkungen der Eigenkapitalanforderungen sowie der neuen Liquiditätsstandards für ausgewählte Institute. Auf europäischer Ebene wird seit dem 01.01.2014 die europäische Umsetzung des initialen Basel III-Reformpakets (CRR/CRD IV) angewandt, welche bis 2024 schrittweise mit Hilfe von Übergangsbestimmungen eingeführt wird. Das Monitoring wird halbjährlich zu den Stichtagen Ende Dezember und Ende Juni durchgeführt. Der statistische Anhang zum aktuellen Stichtag (Juni 2018) enthält auch die Auswirkungen des finalen Basel III-Reformpakets, welches im Dezember 2017 vom Baseler Ausschuss beschlossen wurde.

Ergebnisse des Basel III-Monitoring für deutsche Institute zum Stichtag 30. Juni 2018

  • Der Gesamtkapitalbedarf bei einer Vollumsetzung des finalen Basel III-Reformpakets hat sich im Vergleich zur vergangenen Erhebung zum Stichtag 31.12.2017 von 12,2 Mrd  auf 15,5 Mrd  leicht erhöht. Dies entspricht auf Basis einer konsistenten Stichprobe rund einem Viertel des ursprünglichen Kapitalbedarfs aus der erstmaligen Erhebung zum Stichtag 30.06.2011.
  • Die Mindestkapitalanforderungen steigen (inklusive Output Floor i.H.v. 72,5 %) im Aggregat um 23,6 % und sind somit auf dem Niveau der vergangenen Erhebung. Haupttreiber für die Veränderungen ist nach wie vor der Output Floor. Entlang der Einführungsphase des Output-Floors erhöht sich die Auswirkung aus dem Output-Floor von 0,6 % auf 17,8 %. Voll eingeführt stellt der Output-Floor für rund ein Fünftel der Institute die bindende Kapitalanforderung dar.
  • Die harte Kernkapitalquote sinkt bei einer Vollumsetzung des finalen Basel III-Reformpakets von aktuell 14,5 % auf 10,5 % und ist somit unverändert im Vergleich zur vergangenen Erhebung. Die Leverage Ratio liegt im Vergleich der beiden Stichtage im Aggregat ebenfalls unverändert bei 4,5 %.
  • Für Kreditrisiken sinken ceteris paribus die Mindestkapitalanforderungen durch die Überarbeitung des IRB, während die Neufassung des Standardansatzes sowie die Überarbeitung der Regelungen für Verbriefungen einen Anstieg der Mindestkapitalanforderungen bedingen.
  • Analog zur vergangenen Erhebung steigen die Mindestkapitalanforderungen bezogen auf die jeweilige Risikokategorie am stärksten durch die volle Umsetzung des FRTB im Bereich Marktrisiken. Aufgrund einer Änderung der Stichprobe für diese Risikokategorie berechnen im Vergleich zur vergangenen Erhebung auch Institute der Gruppe 2 rund 50 % der Mindestkapitalanforderungen für Marktrisiken mit internen Modellen.
  • Innerhalb der Gruppe 2 liegen vier der 15 Institute unterhalb der Materialitätsgrenze und können ihre Kapitalanforderungen für CVA-Risiken aus dem Kontrahentenausfallrisiko übernehmen. Für Institute der Gruppe 1 werden 73 % der Mindestkapitalanforderungen im Bereich CVA-Risiken mit Hilfe des neuen Standardansatzes bestimmt, für Institute der Gruppe 2 werden diese hingegen zu 80 % durch den neuen Basisansatz berechnet.
  • Die Veränderungen der Mindestkapitalanforderungen für operationelle Risiken hängen in erhöhtem Maße von der Kalibrierung des internen Verlustmultiplikators (ILM) ab. Sofern institutsspezifische Aufwands- und Ertragsgrößen herangezogen werden, steigen die Mindestkapitalanforderungen. Wird der ILM jedoch auf einen Wert von eins festgesetzt, sinken die Mindestkapitalanforderungen. Dieser Effekt ist speziell für Institute der Gruppe 1 ausgeprägt.
  • Die neuen Anforderungen an die Liquiditätsausstattung der Institute werden nahezu flächendeckend erfüllt. Im Aggregat liegt die LCR bei 150 %, die NSFR bei 111 %. Zur Erfüllung der Mindestanforderung an die LCR besteht bei keinem der teilnehmenden Institute ein zusätzlicher Bedarf an liquiden Mitteln. Zur Erfüllung der NSFR besteht ein Restbedarf an stabiler Refinanzierung von rund 7,9 Mrd .
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