Basel III-Monitoring

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht untersucht seit 2011 im Rahmen des Basel III-Monitoring die Auswirkungen der Eigenkapitalanforderungen sowie der neuen Liquiditätsstandards auf ausgewählte Institute. Das Monitoring wird halbjährlich zu den Stichtagen Ende Dezember und Ende Juni durchgeführt. Ziele dieser Auswirkungsstudie sind unter anderen, das Anpassungsverhalten der Institute vor Inkrafttreten der Regeländerungen zu verfolgen sowie die Änderungen der Eigenmittelanforderungen aus einer Vollumsetzung abzuschätzen. Der statistische Anhang zum aktuellen Stichtag (31.12.2019) enthält die Auswirkungen des finalen Basel III-Reformpakets, welches im Dezember 2017 vom Baseler Ausschuss beschlossen wurde.

Ergebnisse des Basel III-Monitoring für deutsche Institute zum Stichtag 31.12.2019

  • Durch die Einführung der Reformelemente des finalen Basel III Reformpakets steigen die Mindestkapitalanforderungen über alle teilnehmenden Institute um 23,8 %. Dabei ist der Anstieg bei den Gruppe-1-Instituten (große, international aktive Institute) mit 30,9 % deutlich höher als bei denjenigen Instituten der Gruppe 2 (alle übrigen Institute) mit 7,9 %. Im Vergleich zur Vorperiode sind die Auswirkungen auf die Mindestkapitalanforderungen um 3,1 Prozentpunkte (Pp) gesunken. Diese Entwicklung ist vor allem auf eine Veränderung der Stichprobe und nur begrenzt auf Änderungen in der Portfoliostruktur der Banken zurückzuführen. Zum vorherigen Stichtag hatten zwei Institute mit unterdurchschnittlichen Anstieg die Teilnahme an der Erhebung ausgesetzt.
  • Haupttreiber für den Anstieg ist die Einführung des Outputs-Floors. Entlang seiner Einführungsphase erhöht sich die Auswirkung aus dem Output-Floor bei Betrachtung aller teilnehmenden Institute von 0,1 % bei einer Höhe von 50 % im Jahre 2023 auf 17,0 % bei einer Zielgröße von 72,5 % im Jahre 2028. Für rund ein Fünftel der teilnehmenden Institute stellt der Output-Floor ab dem Zeitpunkt der vollständigen Umsetzung im Jahre 2028 die bindende Kapitalanforderung dar.
  • Analog zum Anstieg der Mindestkapitalanforderungen sinkt die harte Kernkapitalquote bei einer Vollumsetzung des finalen Basel III-Reformpakets von aktuell 15,0 % auf 10,9 %. Die Leverage Ratio der teilnehmenden Institute sinkt bei der Einführung des finalen Rahmenwerks um 0,1 Pp auf 4,7 %.
  • Im Juli dieses Jahres veröffentlichte der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht Änderungen am CVA-Rahmenwerk. Diese Änderungen sind bisher nicht Teil des Basel III-Monitorings. Schätzungsweise führt die Überarbeitung zu einer Reduzierung der Auswirkungen der CVA-Risiken von 5,8 % auf 3,7 %. Insgesamt sinkt der Anstieg der Mindestkapitalanforderungen somit von 23,8 % auf 22,5 %. Vor allem Gruppe-1-Institute und große Gruppe-2-Institute können Erleichterungen verzeichnen. Es ist davon auszugehen, dass die vollständige Umsetzung der Vorschläge zu einer weiteren Reduktion des MRC-Anstiegs führt.
  • Die neuen Anforderungen an die Liquiditätsausstattung der Institute werden nahezu flächendeckend erfüllt. Im Aggregat zeigt sich im Vergleich zum vorherigen Stichtag sowohl für die LCR (157 %; +4,8 Pp) als auch die NSFR (112 %; +3,6 Pp) eine leichte Steigerung. Zur Erfüllung der NSFR besteht ein Restbedarf an stabiler Refinanzierung von rund 22,7 Mrd €.