Basel III-Monitoring

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht untersucht seit 2011 im Rahmen des Basel III-Monitoring die Auswirkungen der Eigenkapitalanforderungen sowie der neuen Liquiditätsstandards auf ausgewählte Institute. Das Monitoring wird halbjährlich zu den Stichtagen Ende Dezember und Ende Juni durchgeführt. Ziele dieser Auswirkungsstudie sind unter anderem, das Anpassungsverhalten der Institute vor Inkrafttreten der Regeländerungen zu verfolgen sowie den möglichen Kapitalbedarf aus einer Vollumsetzung abzuschätzen. Der statistische Anhang zum aktuellen Stichtag (31.06.2019) enthält die Auswirkungen des finalen Basel III-Reformpakets, welches im Dezember 2017 vom Baseler Ausschuss beschlossen wurde.

Ergebnisse des Basel III-Monitoring für deutsche Institute zum Stichtag 30.06.2019

  • Der Gesamtkapitalbedarf bei Vollumsetzung des finalen Basel III-Reformpakets für eine deutsche Stichprobe beträgt zum Stichtag 30.06.2019 17,2 Mrd €. Dies entspricht auf Basis einer konsistenten Stichprobe rund einem Drittel des ursprünglichen Gesamtkapitalbedarfs aus der erstmaligen Erhebung zum Stichtag 30.06.2011. Der Anstieg des Kapitalbedarfs im Vergleich zu den Ergebnissen der Studie zum vorherigen Stichtag (14,0 Mrd € zum 31.12.2018) ist auf explizite Verbesserungen in der Qualität der durch die teilnehmenden Institute eingereichten Daten, einer Veränderung der Stichprobe sowie Anpassungen der Berechnungsmethodik im Bereich der CVA-Risiken zurückzuführen.
  • Die Mindestkapitalanforderungen (MRC) steigen über alle teilnehmenden Institute um 26,9 %. Gruppe-1-Institute (Institute, die international aktiv sind und deren Kernkapital nach aktuellem Regelwerk mehr als 3 Mrd € beträgt) weisen mit 32,0 % einen höheren Anstieg aus als Gruppe-2-Institute (alle übrigen Institute), deren Mindestkapitalanforderungen im Mittel um 13,2 % steigen.
  • Haupttreiber für den Anstieg ist die Einführung des Output-Floor. Entlang seiner Einführungsphase erhöht sich die Auswirkung aus dem Output-Floor bei Betrachtung aller teilnehmenden Institute von 0,1 % bei einer Höhe von 50 % im Jahre 2022 auf 19,7 % bei einer Zielgröße von 72,5 % im Jahre 2027. Für rund ein Viertel der teilnehmenden Institute stellt der Output-Floor ab dem Zeitpunkt der vollständigen Umsetzung im Jahre 2027 die bindende Kapitalanforderung dar.
  • Analog zum Anstieg der Mindestkapitalanforderungen sinkt die harte Kernkapitalquote bei einer Vollumsetzung des finalen Basel III-Reformpakets von aktuell 14,4 % auf 10,1 %. Die Leverage Ratio der teilnehmenden Institute sinkt bei der Einführung des finalen Reformpakets um 0,2 Prozentpunkte auf 4,3 % (vgl. Tabelle 2).
  • Der BCBS hat im November 2019 ein Konsultationspapier zur Ermittlung der CVA-Risiken veröffentlicht. Die eingereichten Daten erlauben eine Schätzung der Auswirkungen für einen Teil der vorgeschlagenen Anpassungen. Unter Berücksichtigung des Konsultationspapiers sinken die MRC-Veränderungen für CVA-Risiken von 6,5 % auf 4,2 % bzw. insgesamt von 26,9 % auf 25,4 %. Vor allem Gruppe-1-Institute und große Gruppe-2-Institute können Erleichterungen verzeichnen. Es ist davon auszugehen, dass die vollständige Umsetzung der Vorschläge zu einer weiteren Reduktion des MRC-Anstiegs führt.
  • Die neuen Anforderungen an die Liquiditätsausstattung der Institute werden nahezu flächendeckend erfüllt. Im Aggregat liegt die LCR bei 152 %, die NSFR bei 108 %. Zur Erfüllung der Mindestanforderung an die LCR besteht bei keinem der teilnehmenden Institute ein zusätzlicher Bedarf an liquiden Mitteln. Zur Erfüllung der NSFR besteht ein Bedarf an stabiler Refinanzierung von rund 27 Mrd €.