Bundesbank-Zentrale in Frankfurt wird fit für die Zukunft gemacht

27.01.2016 | Deutsche Bundesbank EN

Das Hauptgebäude der Bundesbank-Zentrale in Frankfurt am Main wird in den kommenden Jahren umfassend saniert. Das hat der Vorstand der Bundesbank jetzt beschlossen. "Das Gebäude soll durch eine grundlegende Sanierung fit für die Zukunft gemacht werden", sagte Johannes Beermann, im Vorstand der Bundesbank unter anderem zuständig für Bau und Verwaltung. "Damit bekennt sich die Bundesbank klar zu dem Standort und zu dem Gebäude." Nach der Grundsatzentscheidung des Bundesbank-Vorstands beginnt die Planungsphase, die mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen wird. Die Bauarbeiten werden demnach erst nach Abschluss der Planungen, also frühestens in zwei bis drei Jahren, beginnen.

Das markante Hochhaus im Frankfurter Norden wurde zwischen den Jahren 1967 und 1972 nach den Plänen der Architekten ABB Apel, Beckert und Becker erbaut und ist seit damals im Kern unverändert geblieben. Die Architektur des ursprünglichen Bundesbank-Ensembles, bestehend aus dem Hochhaus, der Hauptkasse und dem Gästehaus gleich neben dem Eingang, steht in der Bautradition der klassischen Moderne und lässt sich der Stilrichtung des "Brutalismus" zuordnen. Der französische Architekt Le Corbusier prägte den Begriff des "beton brut" und meinte damit die unbehandelte Betonoberfläche, die ein Gestaltungselement seiner Bauten war. In den 1960er und 1970er Jahren setzte sich diese augenfällige Verwendung des Stahlbetons international durch und prägte besonders öffentliche Bauten – auch in Deutschland. "Das Haupthaus der Bundesbank strahlt große Sachlichkeit und Funktionalität aus und gilt vielen Bürgern als Sinnbild für geldpolitische Stabilitätskultur", erklärte Beermann.

Nach mehr als 40 Jahren Dienstbetrieb entspricht das Gebäude nicht mehr dem modernen Standard. Die Stahlbetonfertigteile und die Fensterelemente der Fassade müssen grundlegend erneuert werden. Auch die Heizungsanlage genügt nicht mehr heutigen Anforderungen an die Energieeffizienz. "Mit der umfassenden Sanierung und Revitalisierung unseres Hauptgebäudes wollen wir auch ein klares Bekenntnis zur Nachhaltigkeit abgeben", sagte Bundesbank-Vorstand Beermann.

Die anstehenden Bauarbeiten würden den laufenden Dienstbetrieb massiv beeinträchtigen und erhebliche Reibungsverluste mit sich bringen. Daher hat der Vorstand der Bundesbank beschlossen, die betroffenen Flächen für die Zeit der Bauarbeiten vollständig zu räumen. Die dort untergebrachten Beschäftigten werden für diesen Zeitraum an einem Ersatzstandort arbeiten. Dieser steht gegenwärtig noch nicht fest.