Wohnimmobilien in Frankfurt am Main

Verbesserung der Datengrundlage für die Analyse von Risiken aus Wohnimmobilienfinanzierungen privater Haushalte

Der Wohnimmobilienmarkt ist von zentraler Bedeutung für die Finanzstabilität. So entfallen auf Wohnungsbaukredite knapp die Hälfte des bilanziellen Kreditvolumens deutscher Banken an inländische private Haushalte und Unternehmen. Gleichzeitig machen sie rund 70 % der gesamten Verschuldung des Sektors private Haushalte aus.

Erfahrungen mit Krisen an Wohnimmobilienmärkten anderer Länder zeigen, dass sich Risiken für die Finanzstabilität am Wohnimmobilienmarkt vor allem dann aufbauen können, wenn stark steigende Wohnimmobilienpreise mit einer übermäßig ausgeweiteten Kreditvergabe und nachlassenden Kreditvergabestandards einhergehen. Bislang gibt es jedoch in Deutschland keine ausreichende Datenlage zu Kreditvergabestandards bei neu vergebenen Wohnimmobilienkrediten. Ohne solche Daten lassen sich am Wohnimmobilienmarkt aufbauende Risiken für die Finanzstabilität jedoch womöglich erst zu spät erkennen.

Im internationalen Vergleich weist Deutschland Nachholbedarf mit Blick auf die Datenverfügbarkeit in diesem Bereich auf. Sowohl der Ausschuss für Finanzstabilität (AFS) als auch internationale Organisationen (ESRB, IWF, FSB) haben daher wiederholt eine Verbesserung der Datenlage angemahnt.

Die Bundesbank plant nun diese Datenlücken zu schließen. Die rechtliche Basis hierfür ist die am 3. Februar 2021 in Kraft getretene Finanzstabilitätsdatenerhebungsverordnung (FinstabDEV) des Bundesministeriums der Finanzen. Die Daten, die nun regelmäßig und standardisiert zu neu vergebenen Wohnimmobilienkrediten erhoben werden, können der Aufsicht helfen, den Aufbau von Risiken rechtzeitig zu erkennen und – falls erforderlich – entsprechende Gegenmaßnahmen einzusetzen. Zudem werden die Daten bei einem eventuellen Instrumenteneinsatz verwendet, um die Instrumente zielgenau einsetzen zu können und um deren Kosten und Nutzen zu bewerten.