Bauarbeiter auf einer Eisenbahnbaustelle für den Ausbau der Infrastruktur ©vetrana – stock.adobe.com (KI)

Deutsche Wirtschaft zum Jahresende mit leichtem Plus

Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg laut erster Schätzung des Statistischen Bundesamtes im vierten Quartal saisonbereinigt um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die Industrie dürfte sich wieder gefangen haben, schreiben die Expertinnen und Experten der Bundesbank im aktuellen Monatsbericht. So erhöhte sich die Produktion zum Jahresende saisonbereinigt wohl deutlich. Auch die Nachfrage nach Industriegütern legte im vierten Quartal zu: Zwar hätten die Exporte erneut abgenommen, die Auslandsnachfrage sei aber in der Tendenz weiter aufwärtsgerichtet. Zudem stieg die Inlandsnachfrage wohl auch aufgrund von Aufträgen im sogenannten sonstigen Fahrzeugbau, welcher unter anderem militärische Fahrzeuge umfasst, zuletzt kräftig. Allerdings belaste die noch niedrige Kapazitätsauslastung weiterhin die Unternehmensinvestitionen. Der private Konsum profitierte von kräftig gestiegenen Löhnen und trug damit zum BIP-Wachstum bei. 

Baugewerbe liefert positive Impulse

Auch das Baugewerbe lieferte im vierten Quartal positive Impulse: Investitionen in die Infrastruktur und Modernisierungen dürften für einen Zuwachs bei Ausbaugewerbe und Tiefbau gesorgt haben. Dagegen setzte sich der Rückgang im Hochbau fort, was auf einen schwachen Wohnungsbau hindeutet. Die Geschäftserwartungen im Baugewerbe verschlechterten sich insgesamt im vierten Quartal, weshalb die Bundesbank im Einklang mit der Deutschland-Prognose vom Dezember 2025 nur mit einer langsamen Erholung rechnet.

Lage am Arbeitsmarkt weiterhin gedämpft

Der durch die schwache wirtschaftliche Entwicklung gedämpfte Arbeitsmarkt zeigte sich zum Jahresende 2025 praktisch unverändert, schreiben die Fachleute. Die Erwerbstätigkeit in Deutschland blieb im November saisonbereinigt auf dem Niveau des Vormonats von 45,95 Millionen Personen. Dabei wurden anhaltende Beschäftigungsverluste in der Industrie durch Zuwachs im Dienstleistungsbereich kompensiert.

In den kommenden Monaten ist mit Blick auf die entsprechenden Indikatoren keine Verbesserung zu erwarten. Das ifo Beschäftigungsbarometer, das die Personalplanung der gewerblichen Wirtschaft für die nächsten drei Monate abbildet, sank im Dezember auf einen neuen Tiefstwert seit der Corona-Pandemie.

Die Arbeitslosigkeit erhöhte sich im Dezember geringfügig, die Arbeitslosenquote lag rundungsbedingt unverändert bei 6,3 Prozent. Auch hier haben sich laut Bundesbank die Aussichten, dass die registrierte Arbeitslosigkeit zurückgeht, zuletzt etwas verschlechtert.

Inflationsrate sinkt deutlich auf 2,0 Prozent

Im Vorjahresvergleich sank die Inflationsrate gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) deutlich von 2,6 Prozent im November auf 2,0 Prozent im Dezember. Im Vergleich zum Vormonat verringerte sich der HVPI im Dezember saisonbereinigt um 0,2 Prozent, nachdem die Preise zuvor noch leicht gestiegen waren. Ausschlaggebend hierfür war unter anderem, dass sowohl Energiepreise als auch Preise für Industriegüter und Nahrungsmittel nachgaben. Dagegen stiegen die Preise für Dienstleistungen moderat, was auch auf die Teuerung bei Mieten zurückzuführen istZum Jahresanfang dürfte die Inflationsrate kaum weiter sinken und sich in der Nähe der 2-Prozent-Marke bewegen, so die Fachleute der Bundesbank.