Jens Weidmann während seiner Rede in Berlin

Weidmann: Aufschwung trotz Rückschlag intakt

Die deutsche Wirtschaftsleistung ist im dritten Quartal 2018 erstmals seit dreieinhalb Jahren zurückgegangen. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sank das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal (saison- und kalenderbereinigt). „Hinter dem Minus steckt vor allem ein Produktionseinbruch in der Kfz-Industrie“, sagte Bundesbankpräsident Jens Weidmann auf einer Veranstaltung in Berlin. Er warnte aber davor, den Rückgang überzubewerten. „Ausschläge der Zahlen nach oben und unten dürfen nicht darüber hinwegtäuschen: Der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland und im Euroraum bleibt intakt“, so Weidmann. Darüber hinaus sei ein geringeres Wachstumstempo auch Ausdruck der gestiegenen Auslastung von Kapazitäten und zunehmender Engpässe am Arbeitsmarkt.

Negative Impulse aus dem Ausland

Laut Destatis stehen hinter dem Rückgang des deutschen BIP im dritten Quartal auf der Nachfrageseite unter anderem weniger Exporte und mehr Importe. Ferner seien zwar die Investitionen angestiegen, die privaten Konsumausgaben aber gesunken. In der ersten Jahreshälfte 2018 war das BIP deutlich gestiegen (0,4 Prozent im ersten Quartal und um 0,5 Prozent im zweiten Quartal).

Im Vorjahresvergleich ist das Wirtschaftswachstum weiterhin positiv. Das preisbereinigte BIP ist nach Angaben von Destatis im dritten Quartal um 1,1 Prozent höher gewesen als im Vorjahreszeitraum. Dieser Anstieg ist etwas geringer als in den ersten beiden Quartalen 2018 (1,4 Prozent im ersten und 2,3 Prozent im zweiten Quartal).  Die Zahl der Erwerbstätigen ist weiterhin höher als noch vor einem Jahr. 556.000 Personen oder 1,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor sind erwerbstätig. 

Prognose der Bundesbank im Dezember

Am 14. Dezember veröffentlicht die Bundesbank ihre nächste Prognose zur Einschätzung der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland.