Kunden in einer Einkaufsstraße

Hochkonjunktur der deutschen Wirtschaft hält an

Nach dem moderaten Jahresbeginn expandierte die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal 2018 wieder recht kräftig. „Damit hielt die Hochkonjunkturphase in Deutschland an“, schreiben die Bundesbank-Ökonominnen und Ökonomen im Monatsbericht August. Die Zuwachsrate des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) erhöhte sich nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) saison- und kalenderbereinigt gegenüber dem Vorquartal geringfügig auf 0,5 Prozent. In den ersten drei Monaten des Jahres hatte das BIP nach revidierten Zahlen von Destatis um 0,4 Prozent zugelegt.

Privater Verbrauch Stütze der Konjunktur

Positive Impulse kamen im zweiten Quartal vor allem aus dem Inland. Der private Verbrauch, gegenwärtig der konjunkturelle Eckpfeiler, setzte laut Monatsbericht seine Aufwärtsbewegung im Frühjahr fort. Auch der staatliche Konsum legte den Fachleuten zufolge deutlich zu, nachdem er im Vorquartal zum ersten Mal seit vielen Jahren merklich zurückgegangen sei. Darüber hinaus nahmen die Exporte nach dem Rückgang zu Jahresbeginn moderat zu. Gleiches dürfte den Expertinnen und Experten zufolge für die gewerblichen Ausrüstungsinvestitionen gelten.

Weiter auf solidem Wachstumspfad

Nach Einschätzung der Bundesbank dürfte die deutsche Wirtschaft auch im laufenden Quartal auf einem soliden Wachstumspfad bleiben. Allerdings könnte das Expansionstempo etwas geringer ausfallen als im Mittel des ersten Halbjahres, heißt es im Monatsbericht. Die Expertinnen und Experten erwarten demnach keinen nennenswerten Beitrag der Industrie zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum. Zwar sei der Bestand an Aufträgen weiterhin hoch und die kurzfristigen Produktionserwartungen stabilisierten sich auf erhöhtem Niveau. Allerdings sei der industrielle Auftragseingang auch im zweiten Quartal zurückgegangen, heißt es im Bericht. Der private Verbrauch hingegen dürfte von der ausgezeichneten Arbeitsmarktlage und den gegenwärtig kräftigen Lohnsteigerungen profitiert haben und „damit seine Rolle als wichtige Wachstumsstütze für die deutsche Wirtschaft behalten“, schreiben die Ökonominnen und Ökonomen.

Günstige Beschäftigungslage

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt schätzt die Bundesbank weiter als sehr günstig ein. Allerdings verbesserte sie sich nicht so stark wie in den Vorquartalen, heißt es im Bericht. Die Erwerbstätigkeit sei im Frühjahr zwar spürbar expandiert, aber nicht mehr so schwungvoll wie in den vorangegangenen Quartalen. Auch die Arbeitslosigkeit habe sich im Berichtsquartal nicht mehr so kräftig wie im Winter verringert. „Insgesamt sind die Aussichten für den Arbeitsmarkt weiter gut“, schreiben die Ökonominnen und Ökonomen. Die Löhne zogen im zweiten Quartal nach Einschätzung der Bundesbank kräftig an: Die Tarifentgelte (einschließlich der Nebenverdienste) stiegen demnach mit 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr deutlich stärker als noch im Winter.

Moderates Wachstum im Euroraum

Im Euroraum sind der Bundesbank zufolge trotz eines Tempoverlustes die konjunkturellen Antriebskräfte intakt. „Die weiterhin gute Stimmung unter Unternehmen und Verbrauchern spricht dafür, dass sich die wirtschaftliche Aufwärtsbewegung im Euroraum fortsetzt“, heißt es im Monatsbericht. Nach ersten Angaben von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Union, legte das reale BIP im zweiten Quartal saisonbereinigt um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ergab sich ein Anstieg um 2,2 Prozent.

Weltwirtschaft wieder lebhafter

Der Monatsbericht geht auch auf die globale wirtschaftliche Entwicklung ein. Nach einer leichten Wachstumsabschwächung in den letzten Quartalen sei die globale Konjunktur nach Einschätzung der Fachleute im Frühjahr wieder lebhafter geworden. Sie warnen in ihrem Bericht aber davor, dass eine Eskalation der handelspolitischen Konflikte den globalen Wirtschaftsaufschwung erheblich belasten könnte.