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Mauderer: Finanzmarktsignale gut prüfen

Mauderer: Finanzmarktsignale gut prüfen

Bundesbankvorstand Sabine Mauderer hat vor einem fahrlässigen Umgang mit Signalen der Finanzmärkte in der Geldpolitik gewarnt. „Sie können nicht für bare Münze genommen werden, sondern sollten als Rohmaterial für geldpolitische Entscheidungen angesehen werden“, sagte sie bei einer Finanzmarktveranstaltung in Frankfurt. Mauderer wies daraufhin, dass Marktindikatoren, die Wachstums- und Inflationserwartungen messen, vielschichtiger geworden seien und zugleich die Marktkomplexität zugenommen habe.

Für Notenbanker sei es wichtig, aus den Marktindikatoren herauszufiltern, welche Informationen Auswirkungen auf die Geldpolitik haben und welche nicht. Ihr Informationsgehalt müsse qualifiziert, quantifiziert und mit anderen Informationen verglichen werden, zum Beispiel mit monetären und realwirtschaftlichen. „Ungenaue oder unvollständige Daten könnten uns sonst je nach Situation zu Selbstgefälligkeit oder unnötigem, verfrühten Aktionismus verleiten“, sagte sie.

Finanzmärkte müssen grüner werden

Zudem äußerte sich Mauderer zu den aktuellen Risiken auf den Finanzmärkten durch den Klimawandel. „Klimarisiken sind auch Finanzrisiken“, so Mauderer. Aufgabe der Notenbank sei es, diese Risiken zu identifizieren und das Finanzsystem widerstandsfähiger zu machen. „Dazu benötigen wir mehr und bessere Daten und eine einheitliche Taxonomie“, so Mauderer. Auch würde die Bundesbank untersuchen, inwiefern sie Nachhaltigkeitskriterien besser in ihr eigenes und die von ihr verwalteten Portfolien integrieren könne. „Für uns ist es wichtig, dass das, was wir tun, marktneutral ist“, sagte Mauderer. „Ich hoffe und erwarte aber, dass die Finanzmärkte grüner und nachhaltiger werden.


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