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Devisenhandels- und Derivateumsätze von Banken in Deutschland

Devisenhandels- und Derivateumsätze von Banken in Deutschland

05.09.2013 | Deutsche Bundesbank EN

Im April 2013 wurde von Notenbanken in 53 Ländern, die alle wichtigen Finanzzentren abdecken, eine Erhebung über Devisenhandelsumsätze und Geschäfte in Derivaten durchgeführt. In Abstimmung mit der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) finden diese Erhebungen seit 1989 in dreijährigem Rhythmus statt. Die Befragung hat zum Ziel, umfassende und international vergleichbare Daten über Umfang und Struktur der globalen Devisenmärkte bereitzustellen, um damit zum besseren Verständnis der Zusammenhänge an den Finanzmärkten beizutragen. In Deutschland wurden die Zahlen durch eine Umfrage der Bundesbank bei 30 größeren Banken ermittelt, auf die rund 95 % des inländischen Devisenhandels und der hier abgeschlossenen derivativen Geschäfte entfallen.

Die teilnehmenden Länder geben gleichzeitig mit der BIZ die hierbei gewonnenen Erkenntnisse in nationaler und globaler Darstellung bekannt.

1. Devisenhandelsumsätze in Deutschland

Die beteiligten Banken meldeten für den Erhebungszeitraum April 2013 nach Abzug doppelt erfasster Geschäfte zwischen inländischen Händlern Umsätze im Devisenkassa- und -terminhandel in Höhe von insgesamt 2.329 Mrd US-Dollar. Damit nimmt der Handelsplatz Deutschland im internationalen Vergleich weiterhin einen Platz im oberen Drittel ein. An den 21 Geschäftstagen im April 2013 wurde ein durchschnittlicher Tagesumsatz von 111 Mrd US-Dollar erzielt. Dieser teilt sich auf in Kassageschäfte in Höhe von 24 Mrd US-Dollar und Termingeschäfte (Outright Forwards, Devisenswaps, Währungsswaps und Devisenoptionen) in Höhe von 87 Mrd US-Dollar.

Das tägliche Handelsvolumen lag mit einer Steigerung um insgesamt 2 % nur moderat über dem Wert des letzten Vergleichsmonats April 2010. Dahinter stehen jedoch sehr unterschiedliche Bewegungen. Während der Anstieg aus einer kräftigen Zunahme der Devisenswaps um 23 % auf 79 Mrd US-Dollar resultiert, gingen die Umsätze im Kassageschäft um 20 % sogar unter das Niveau von April 2007 zurück. Die Entwicklung bei den Devisentermingeschäften in Deutschland verläuft damit parallel zu dem von der BIZ ermittelten globalen Trend; bei den Kassageschäften ist die Entwicklung in Deutschland allerdings gegenläufig. 

Der überwiegende Teil (86 %) aller Geschäfte betraf Abschlüsse mit Gebietsfremden. Hinsichtlich der gehandelten Währungen hat sich im Vergleich zum April 2010 wenig verändert. Der Umsatzanteil des Euro ging um 4 Prozentpunkte auf 59 % zurück. Hierbei entfielen 42 % der Geschäfte auf die Kombination Euro/US-Dollar. Bei weiteren 17 % wurden Euro gegen andere Währungen getauscht. In Handelsgeschäften in US-Dollar gegen andere Währungen wurden 38 % der Umsätze erzielt.

2. OTC-Handel mit zinsbezogenen Derivaten in Deutschland

Die Erhebung über den OTC-Handel mit zinsbezogenen Derivaten erfasst das außerbörsliche Geschäft mit Zinsswaps, Zinsoptionen und Forward Rate Agreements der berichtenden Banken im April 2013. Mit Geschäftsabschlüssen in Höhe von 2.128 Mrd US-Dollar (Nominalwert) konnten die Umsätze in Deutschland im Vergleich zum April 2010 (969 Mrd US-Dollar) mehr als verdoppelt werden. Dieses Ergebnis resultierte aus dem großen Anstieg bei den Forward Rate Agreements um mehr als das Vierfache auf 1.621 Mrd US-Dollar verglichen mit April 2010. Diese Zunahme ist im deutschen Ergebnis erheblich stärker ausgeprägt als im weltweiten Vergleich. Die Veränderungen der Aktivitäten einzelner großer inländischer Marktteilnehmer waren hierfür maßgeblich. Der Rückgang bei den Zinsswaps in Deutschland um fast ein Viertel auf 482 Mrd US-Dollar läuft der weltweiten Entwicklung entgegen, während der Rückgang bei den Zinsoptionen auf 25 Mrd US-Dollar im April 2013 dem internationalen Befund entspricht.

3. Gesamtergebnisse für alle Länder

Gleichzeitig mit den nationalen Zentralbanken gibt die BIZ heute eine Mitteilung heraus, in der die Erhebungsergebnisse aus allen beteiligten Ländern  zusammengefasst werden. Darin sind Doppelerfassungen von grenzüberschreitenden Geschäftsabschlüssen ausgeschaltet, um das Geschäftsvolumen des internationalen Devisenhandels und der Geschäfte in Derivaten richtig abzubilden.

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