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Die deutsche Zahlungsbilanz im August 2019

Die deutsche Zahlungsbilanz im August 2019

11.10.2019 | Deutsche Bundesbank

Leistungsbilanzüberschuss gesunken 

Die deutsche Leistungsbilanz verzeichnete im August 2019 einen Überschuss von 16,9 Mrd . Das Ergebnis lag um 4,3 Mrd unter dem Niveau des Vormonats. Dies war auf einen sinkenden Aktivsaldo im Warenhandel zurückzuführen, der die Verringerung des Defizits im Bereich der „unsichtbaren“ Leistungstransaktionen, die Dienstleistungen sowie Primär- und Sekundäreinkom-men umfassen, deutlich überwog.

Der Überschuss im Warenhandel sank im Berichtsmonat gegenüber dem Vormonat um 5,8 Mrd auf 17,0 Mrd . Dabei nahmen die Warenexporte stärker als die Warenimporte ab.

Die „unsichtbaren“ Leistungstransaktionen wiesen im August ein Defizit in Höhe von 0,1 Mrd auf, nach einem Passivsaldo von 1,6 Mrd im Vormonat. Hinter dem verringerten Defizit standen Verbesserungen in allen drei Teilbilanzen. Der Passivsaldo in der Dienstleistungsbilanz verminderte sich um 0,6 Mrd € auf 5,0 Mrd €, wobei die Ausgaben stärker sanken als die Einnahmen. Insbesondere verringerten sich die Ausgaben für die Nutzung geistigen Eigentums sowie im Bereich der IT-Dienstleistungen und der Managementberatungsleistungen. Der Überschuss bei den Primäreinkommen erhöhte sich im August um 0,6 Mrd auf 9,1 Mrd . Ursächlich war auch hier ein Rückgang der Aufwendungen, vor allem, weil im Bereich der Vermögenseinkommen die Zahlungen für Wertpapieranlagen an Gebietsfremde sanken. Der Passivsaldo der Sekundäreinkommen sank um 0,3 Mrd € auf 4,2 Mrd €, wobei in erster Linie die Ausgaben des Staates zurückgingen.

Mittelzuflüsse im Wertpapierverkehr

Im August 2019 waren die Entwicklungen an den Finanzmärkten von politischer Unsicherheit und deren Auswirkungen auf die Konjunktur geprägt. Vor diesem Hintergrund verzeichnete der grenzüberschreitende Wertpapierverkehr Deutschlands Netto-Kapitalimporte in Höhe von 4,7 Mrd (Juli: Netto-Kapitalexporte von 13,0 Mrd ). Maßgeblich dafür war, dass ausländische Anleger hiesige Wertpapiere für 7,2 Mrd € erwarben. Dabei fragten sie Geldmarktpapiere (5,3 Mrd €) und Anleihen nach (3,4 Mrd €); hingegen trennten sie sich von Aktien (1,4 Mrd €) und Investmentzertifikaten (0,1 Mrd €). Heimische Investoren stockten im August ihre Bestände an ausländischen Wertpapieren per saldo weiter auf (2,5 Mrd €). Sie kauften Investmentzertifikate (3,5 Mrd €) und Anleihen (0,7 Mrd €). Demgegenüber veräußerten sie Aktien und Geldmarktpapiere (jeweils 0,8 Mrd €).

Im Bereich der Direktinvestitionen waren im August Netto-Kapitalimporte von 3,8 Mrd zu verzeichnen (Juli: 5,7 Mrd ). Ausschlaggebend dafür war, dass ausländische Firmen per saldo 7,4 Mrd € in Deutschland investierten. Vor allem vergaben sie konzerninterne Kredite (5,6 Mrd €), wobei insbesondere ausländische Niederlassungen kurzfristige Finanzkredite an ihre Muttergesellschaften in Deutschland vergaben („reverse flows“). Zusätzlich stockten ausländische Firmen ihr Beteiligungskapital in Deutschland auf (1,8 Mrd €). Auch hiesige Firmen führten ihren Niederlassungen im Ausland zusätzliches Kapital zu, und zwar 3,6 Mrd €. Dabei erhöhten sie ihr Beteiligungskapital (9,4 Mrd €), verringerten jedoch die über den konzerninternen Kreditverkehr bereitgestellten Mittel (5,8 Mrd €).

Im übrigen statistisch erfassten Kapitalverkehr, der Finanz- und Handelskredite (soweit diese nicht zu den Direktinvestitionen zählen), Bankguthaben und sonstige Anlagen umfasst, kam es im August zu Netto-Kapitalexporten in Höhe von 5,9 Mrd (Juli: Netto-Kapitalimporte von 11 Mrd ). Dies geschah vornehmlich durch einen Anstieg der Netto-Forderungsposition der Bundesbank (8 Mrd €): Dabei standen höheren deutschen TARGET2-Forderungen (27 Mrd ) ebenfalls gestiegene Verbindlichkeiten durch Einlagen ausländischer Geschäftspartnern gegenüber (19 Mrd ). Bei den Nichtbanken flossen per saldo Mittel ab (6,5 Mrd €), vornehmlich durch Dispositionen von Unternehmen und Privatpersonen mit dem Ausland (4,4 Mrd €). Hingegen kam es bei den Monetären Finanzinstituten (ohne Bundesbank) zu Netto-Kapitalimporten (8,6 Mrd €).

Die Währungsreserven der Bundesbank stiegen im August – zu Transaktionswerten gerechnet – um 0,8 Mrd .
 

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