Die deutsche Zahlungsbilanz im März 2016

11.05.2016 | Deutsche Bundesbank

Leistungsbilanzüberschuss kräftig gestiegen

Die deutsche Leistungsbilanz verzeichnete im März 2016 einen Überschuss von 30,4 Mrd €. Das Ergebnis lag um 9,2 Mrd € über dem Niveau des Vormonats. Ursächlich dafür war vor allem ein höherer Aktivsaldo im Warenhandel. Hinzu kam eine Verbesserung des Saldos im Bereich der "unsichtbaren" Leistungstransaktionen, die Dienstleistungen sowie Primär- und Sekundäreinkommen umfassen.

Der Überschuss im Warenhandel stieg im Vormonatsvergleich um 6,2 Mrd € auf 29,0 Mrd € im März. Dabei nahmen die Warenexporte stärker als die Warenimporte zu.

Bei den "unsichtbaren" Leistungstransaktionen wurde im März ein Aktivsaldo von 1,3 Mrd € verzeichnet, nach einem Defizit von 1,7 Mrd € im Vormonat. Ausschlaggebend für den Umschwung war die Verringerung des Passivsaldos bei den Sekundäreinkommen um 3,8 Mrd € auf 3,7 Mrd €. Sie hing insbesondere mit dem Rückgang der Leistungen an den EU-Haushalt zusammen, die im Vormonat wie zu diesem Termin üblich sehr stark angestiegen waren. Hinzu kam die Erhöhung der Nettoeinnahmen bei den Primäreinkommen um 0,6 Mrd € auf 7,5 Mrd €. Dies überwog die Ausweitung des Minussaldos in der Dienstleistungsbilanz um 1,3 Mrd € auf 2,5 Mrd €, die im Wesentlichen mit dem zu dieser Jahreszeit üblichen Anstieg der Reiseverkehrsausgaben in Verbindung stand.

Kapitalabfluss im Wertpapierverkehr

Die internationalen Finanzmärkte standen im März im Zeichen der geldpolitischen Entscheidungen der Notenbanken in den großen Währungsräumen. In diesem Umfeld führte der grenzüberschreitende Wertpapierverkehr Deutschlands zu Netto-Kapitalexporten von 24,1 Mrd €. Ausschlaggebend dabei war, dass sich Gebietsansässige - wohl um höher verzinste Papiere ihren Portfolios beizumischen - verstärkt im Ausland engagierten (23,5 Mrd €). Diese erwarben - in erster Linie auf Euro denominierte - Anleihen (16,8 Mrd €), sowie Aktien (5,4 Mrd €) und Investmentzertifikate (3,5 Mrd €). Von Geldmarktpapieren trennten sie sich hingegen (2,3 Mrd €). Ausländische Investoren verringerten ihr Portfolio in Deutschland geringfügig (0,6 Mrd €). Dabei schichteten sie im Ergebnis von Geldmarktpapieren (5,0 Mrd €) und Investmentzertifikaten (1,8 Mrd €) auf Anleihen (3,9 Mrd €) und Aktien (2,2 Mrd €) um.

Im Bereich der Direktinvestitionen ergaben sich im März ebenfalls Netto-Kapitalexporte, und zwar in Höhe von 4,6 Mrd €. Heimische Unternehmen führten dabei verbundenen Unternehmen im Ausland Gelder im Umfang von 22,7 Mrd € zu. Dazu weiteten sie ihre konzerninternen Kreditbeziehungen - in erster Linie über kurzfristige Finanzkredite an die Niederlassungen im Ausland - aus (13,4 Mrd €). Zudem stockten sie ihr Beteiligungskapital im Ausland auf (9,3 Mrd €). Auch ausländische Unternehmen bauten ihre Direktinvestitionen in Deutschland aus (18,1 Mrd €). Das größere Engagement beschränkte sich dabei weitgehend auf den konzerninternen Kreditverkehr (16,7 Mrd €). Im Vordergrund stand, dass ausländische Töchter ihren in Deutschland ansässigen Muttergesellschaften per saldo - sowohl kurz- als auch langfristige - Kredite einräumten (sog. "reverse flows"), und zwar in Höhe von 15,0 Mrd €.

Im übrigen statistisch erfassten Kapitalverkehr, der sowohl Finanz- und Handelskredite (soweit diese nicht zu den Direktinvestitionen zählen) als auch Bankguthaben und sonstige Anlagen umfasst, ergaben sich im März Netto-Kapitalimporte in Höhe von 8,7 Mrd €. Die Mittel kamen in erster Linie bei Unternehmen und Privatpersonen (5,6 Mrd €) sowie bei staatlichen Stellen (3,0 Mrd €) auf. Dagegen war der übrige Kapitalverkehr des Bankensystems per saldo in etwa ausgeglichen. Hiesige Kreditinstitute führten dabei ihre Bargeldbestände und kurzfristigen Einlagen (27,7 Mrd €) sowie ihre Forderungen an kurzfristigen Finanzkrediten bei ausländischen Monetären Finanzinstituten (13,7 Mrd €) zurück. Gleichzeitig reduzierten aber auch ausländische Kontrahenten ihre Bargeldbestände und kurzfristigen Einlagen bei hiesigen Geldhäusern (39,5 Mrd €). Auch die Transaktionen der Bundesbank waren nahezu ausgeglichen.

Die Währungsreserven der Bundesbank nahmen im März - zu Transaktionswerten gerechnet - um 0,1 Mrd € ab.