Kapitel 4: Payment Systems – IT Connection

Kapitel 5 Payment Systems – IT Connection

Meeting
Puh, wir haben’s geschafft: Das Meeting zum PoC-Vorhaben ist gemeistert. Und nun? Ali nickt, Maxin aber sagt nichts, macht keine Geste. Wieder einmal schweigt sie sich vollkommen aus. Ganz unerwartet kommt das, nachdem sie die letzten Tage bereits so aufgetaut ist. Daraus werde ich nun mal wieder nicht schlau. Was hat das nur zu bedeuten …

Anita

Weitere sieben Tage später: Wir sitzen zu zweit in unserem Raum, Ali und Mateusz sind auf Dienstreise, um die europäischen Kollegen in Rom live zu treffen. Nur Maxin und ich sind in Frankfurt geblieben – und sie studiert still die Tischplatte vor sich. Vielleicht hole ich einfach eine Packung Katzenzungen aus meiner geheimen Büroschublade und schiebe sie ihr unauffällig rüber.

Auf unser erstes Feedback-Gespräch habe ich mich echt eine Weile vorbereitet. Was ich sagen werde: Hey Maxin, ich hab mich in den ersten Wochen echt schwer getan. Nachdem du im Bewerbungsgespräch absolut resolut aufgetreten bist, hab ich dich nun manchmal als ziemlich still hier erlebt. Da habe ich mich dann hin und wieder gefragt: Fühlt sich Maxin bei uns richtig wohl? Was kann ich besser machen, damit sie bei uns vollkommen ankommt und in ihren Aufgaben aufgeht? Gleichzeitig ist deine frische Art die beste Bereicherung, die wir uns als Team Softwareentwicklung wünschen können.

Jetzt sitzen wir uns gegenüber und Maxin nimmt sich zögernd eine einzelne Katzenzunge. Ganz wie einstudiert habe ich ihr mein Anliegen nun doch nicht geschildert. Herrje, dabei sollte ich doch alles dafür tun, dass sie sich rundum wohl in der Bundesbank fühlt! 

Danke für dein tolles Feedback, Anita, sagt sie. Auch ich hab mir natürlich schon ein paar Gedanken gemacht. Unter anderem wollte ich mal mit dir darüber reden, wie es für mich hier in der Bundesbank weitergehen könnte …

* * *

Was, es ist schon Freitag?

Liste

Das glaub ich jetzt kaum. Na, wenn es so auf der Uhr steht, muss es ja stimmen. Zahlen lügen nicht. Anita und ich sitzen uns zum Feedbackgespräch Auge in Auge gegenüber: Meine Zeit als Werkstudentin neigt sich dem Ende zu. Ich lange nach einem der Schokoknochen, die sie in die Mitte des Tischs geschoben hat. Die gab es schon früher bei meiner Oma, mag ich ganz gerne. Ich denke nach, während ich den Papagei-Aufkleber an meinem Laptop fixiere. Dann hole ich einen kleinen Zettel mit einer kurzen Liste darauf aus der Tasche und halte ihn Anita entgegen: Kannst du den bitte Herrn Beilstein geben? Ein paar Spitznamen hab ich schon zusammenbekommen. Sie presst den Mund zufrieden zusammen.

Jetzt sitz ich also hier, irgendwie geläutert, überraschenderweise. Verrückt, wo ich doch im Grunde gar keine Vorstellung davon hatte, wie es in diesem Haus hier ablaufen würde. Wie die Stimmung ist. Der menschliche Umgang. Die Aufgaben und Herausforderungen. 

Und dann das: Großartige Idee, Maxin.

Maxin

Okay, ging runter wie Öl. Mein Vorschlag mit den Containern für das Software-Engineering war wohl wirklich ein Volltreffer. Und was mach ich jetzt, wie geht’s weiter? Spiele ich jetzt wirklich mit dem Gedanken, ausgerechnet bei der Bundesbank zu bleiben? Wie sage ich das meinen Freunden? Fernando hab ich die Tage im Fahrstuhl getroffen und da sagt er doch ernsthaft: Ah, doch noch nicht gekündigt? Ich auch nicht! – und lacht einfach.

Jetzt sitze ich also vor Anita, die wie immer ganz schön selbstsicher wirkt. Keine Ahnung, wie es nun an der Stelle weitergeht. Ich muss mich zusammenreißen: Maxin, du wirst jetzt ja wohl nicht, sage ich mir. Du wirst jetzt ja wohl nicht … 

Und dann folgt der entscheidende Satz …

Challenge starten!