Graph mit Stift ©Michael Bodmann / Getty Images

Harmonisierter Verbraucherpreisindex

Inflationsupdate

Im Januar 2026 steigt die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als prozentuale Veränderung des HVPI zum Vorjahresmonat – den amtlichen Schätzwerten zufolge auf 2,1 %, von 2,0 % im Dezember 2025. Die Teuerung bei Industrieprodukten ohne Energie sowie bei Nahrungsmitteln stieg im Vergleich zum Dezember wieder merklich an. Die Energiepreise sanken gegenüber dem Vorjahr noch stärker als im Dezember. Auch die Dienstleistungsinflation sank weiter. Die Kerninflation (HVPI ohne Energie und Nahrungsmittel) fiel leicht auf 2,4 %.

Mit dem Berichtsmonat Januar treten beim HVPI mehrere methodische Änderungen in Kraft, die in der Vorausschätzung bereits enthalten sind. Der Index wird nach der neuen Europäischen Klassifikation der Konsumausgaben privater Haushalte nach Verwendungszweck Version 2 erstellt, die an die UN-COICOP 2018 Klassifikation angelehnt ist. Glücksspiele werden im HVPI innerhalb der Freizeitdienstleistungen in der Abteilung Freizeit und Kultur erfasst. Der Bezugszeitraum des Indexes wird zudem auf 2025=100 aktualisiert.

Die nächste Aktualisierung erfolgt am 25.02.2026 (endgültige HVPI-Ergebnisse Januar 2026).

Position

Veränderung gegenüber dem Vorjahr (in %)

Mittel1 (in %)

Gewicht (in %)

Jan 26

Dez 25

Nov 25

1999 – 2025

2025

HVPI (Deutschland)

+ 2,1 

+ 2,0

+ 2,5

+ 2,0

100,0

Energie

− 1,9

− 1,3

− 0,1

+ 4,0

9,0

HVPI ohne Energie

+ 2,5

+ 2,4

+ 2,8

+ 1,7

91,0

Nahrungsmittel2

+ 2,9

+ 1,8

+ 2,1

+ 2,7

16,6

HVPI ohne Energie und Nahrungsmittel

+ 2,4

+ 2,5

+ 3,0

+ 1,5

74,5

Industrieerzeugnisse3

+ 0,6

+ 0,2

+ 0,9

+ 1,0

28,2

Dienstleistungen

+ 3,5

+ 3,9

+ 4,3

+ 1,8

46,3

VPI (Deutschland)

+ 2,1

+ 1,8

+ 2,3

+ 1,9

 

Quellen: Statistisches Bundesamt, Eurostat, eigene Berechnung.
1 Langjähriger geometrischer Mittelwert. 2 Einschließlich Alkohol und Tabak. 3 Ohne Energie.

Hintergrund

Der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) ist die zentrale Messgröße zur Beurteilung von Preisstabilität im Euroraum. Der HVPI misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Preisstabilität im Euroraum wird anhand der Veränderungsrate des HVPI gegenüber dem Vorjahr beurteilt. Die HVPI-Vorjahresrate wird hier auch als Inflationsrate bezeichnet. Der HVPI für den Euroraum wird aus den HVPIs der Euroraum-Länder berechnet.

Grundsätzlich wird der HVPI für die Länder des Euroraums aus dem Datenmaterial der jeweiligen nationalen Verbraucherpreisindizes (VPI) nach harmonisierten Konzepten und Methoden monatlich ermittelt. Das Statistische Bundesamt berechnet die HVPI-Angaben für Deutschland.

In Deutschland unterscheidet sich der HVPI vom nationalen VPI vor allem, weil im HVPI den europäischen Methodenrichtlinien zufolge die Kosten für selbstgenutztes Wohneigentum nicht enthalten sind. Dadurch haben Dienstleistungen im HVPI ein kleineres Gewicht als im VPI. Entsprechend können sich abweichende Preistrends von Waren und Dienstleistungen unterschiedlich auf den HVPI und den VPI auswirken.

Die Daten werden generell von Eurostat übernommen. Bietet das Statistische Bundesamt jedoch einen aktuelleren Schätzwert an, wird dieser als letzter Datenpunkt verwendet. Die HVPI-Vorjahresraten von Eurostat können von jenen des Statistischen Bundesamtes aufgrund unterschiedlicher Rundungsverfahren der Indexstände abweichen.