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Deutsche Wirtschaft auch nach Jahreswende mit wenig Schwung

Ein Automechaniker bei der Arbeit

Deutsche Wirtschaft auch nach Jahreswende mit wenig Schwung

Die konjunkturelle Lage blieb nach der Jahreswende verhalten. Dies habe vor allem an der sich weiter abkühlenden Industriekonjunktur gelegen, heißt es im aktuellen Monatsbericht der Bundesbank. Das Verarbeitende Gewerbe könnte damit das dritte Quartal in Folge das gesamtwirtschaftliche Wachstum dämpfen, schreiben die Expertinnen und Experten. Als Stützen des Wachstums dürften ihrer Einschätzung nach hingegen der Bausektor und der private Konsum dienen.

Die Industrieproduktion ging im Januar 2019 kräftig zurück, saisonbereinigt um 1 ¼ Prozent gegenüber dem Vormonat. Ausschlaggebend war laut Monatsbericht ein erneuter Dämpfer in der KfZ-Industrie (-5 ¾ Prozent). „Die neuerliche Delle bei der Pkw-Fertigung dürfte größtenteils auf Produktionsausfälle infolge eines Streiks in einem Motorenwerk in Ungarn zurückzuführen sein“, schreiben die Fachleute. Da der Streik noch im Januar beigelegt wurde, erwarten die Expertinnen und Experten, dass die jüngsten Verluste bei der Pkw-Produktion vorübergehend bleiben. Größere Aufholeffekte in der Kfz-Branche nach dem Produktionsrückgang im zweiten Halbjahr 2018 infolge der Einführung eines neuen Emissionstestverfahrens seien für das laufende Vierteljahr aber nicht mehr zu erwarten. Ohne die Automobilbranche stagnierte die Industrieerzeugung im Januar laut Monatsbericht hingegen.

Bauboom hält weiter an

Die Bauproduktion legte im Januar 2019 leicht zu, und zwar saisonbereinigt um ¼ Prozent gegenüber dem Vormonat. Zwar schrumpfte die Aktivität im Bauhauptgewerbe mit 3 ¾ Prozent stark, die Leistung des Ausbaugewerbes expandierte demgegenüber mit 3 ½ Prozent aber kräftig. Trotz zuletzt rückläufiger Aktivität im Bauhauptgewerbe sprechen nach Einschätzung der Bundesbank-Fachleute Indikatoren wie die Geräteauslastung und die Reichweite der Aufträge dafür, dass sich der Bauboom in Deutschland weiter fortsetzt.

Der private Konsum könnte laut den Ökonominnen und Ökonomen wieder deutlicher zulegen. Dies signalisierten die kräftig gestiegenen Umsätze im Einzelhandel. So profitierten die Verbraucherinnen und Verbraucher von den weiterhin guten Arbeitsmarkt- und Einkommensperspektiven.

Der Arbeitsmarkt trotze bislang der konjunkturellen Abkühlung, heißt es im Monatsbericht. Zu Jahresbeginn wuchs die Beschäftigung kräftig. Die Erwerbstätigkeit hat sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 477.000 Personen oder 1,1 Prozent erhöht. Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt schätzen die Expertinnen und Experten weiterhin positiv ein: „Alle Indikatoren der Arbeitsnachfrage sind expansiv ausgerichtet“, schreiben sie. Die Anspannung am Arbeitsmarkt, abzulesen etwa an dem Verhältnis von Arbeitslosen zu offenen Stellen oder der durchschnittlichen Vakanzzeit der offenen Stellen, sei weiter sehr hoch.

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