Zwei Arbeiter in einer Autofabrik

Deutsche Wirtschaft schwach in das Sommerquartal gestartet

Die deutsche Wirtschaft ist schwach in das Sommerquartal gestartet, nachdem im Frühjahr noch ein recht kräftiges Wachstum zu Buche gestanden hatte. Wie aus dem jüngsten Monatsbericht der Bundesbank hervorgeht, lag dies vor allem an der Kfz-Branche, die ihre Produktion im Juli stark einschränkte. Die weiterhin gute Stimmung der Unternehmen, die sich zuletzt gemäß den Umfragen des Instituts auch in der Industrie wieder verbessert hat, deute auf eine vorübergehende Schwächephase hin. „Der Aufschwung in Deutschland dürfte nicht zuletzt aufgrund der anhaltend guten Binnenkonjunktur grundsätzlich intakt sein“, schreiben die Bundesbank-Fachleute.

Probleme in der Kfz-Branche 

Die Industrieerzeugung ging im Juli gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 1¾ Prozent zurück. Damit lag sie 1½ Prozent unter dem Stand des zweiten Vierteljahres 2018. Erhebliche Einschränkungen verzeichneten dabei insbesondere Kfz-Hersteller, deren Produktion um 6¾ Prozent zurückging. Eine maßgebliche Rolle spielten dabei Probleme im Zusammenhang mit der Umstellung auf ein neues, -weit einheitliches und verbindliches Emissionstestverfahren für neu zugelassene Fahrzeuge. „Sobald die Umstellungsprobleme in der Kfz-Branche überwunden sind, dürfte daher das gesamtwirtschaftliche Expansionstempo wieder deutlich anziehen“, heißt es im Monatsbericht. 

Auch andere Industriebranchen wie beispielsweise die Hersteller und Bearbeiter von Metallerzeugnissen verzeichneten im Juli Produktionsrückgänge. Demgegenüber hielt der Maschinenbau das durchschnittliche Produktionsniveau im Frühjahr. Kräftige Produktionszuwächse von 2½ Prozent verzeichneten Hersteller von chemischen und pharmazeutischen Erzeugnissen.   

Kräftiger Anstieg der Bauproduktion 

Im Baugewerbe weitete sich die Produktion im Juli kräftig aus. Gegenüber dem Vormonat legte sie saisonbereinigt um 2½ Prozent zu. Ausschlaggebend dafür war insbesondere ein sehr starker Zuwachs im Bereich des Ausbaus von Bauwerken. Im Bauhauptgewerbe, zu dem vor allem der Gebäuderohbau oder der Straßenbau zählt, ging die Tätigkeit dagegen nicht über das Vorquartalsniveau hinaus. 

Von den Dienstleistungsbranchen kamen positive Impulse für die Konjunktur. Dem Bericht zufolge ging dies mit einer schwungvollen Beschäftigungsentwicklung einher. Die Erwerbstätigkeit stieg im Juli saisonbereinigt wieder etwas stärker an als im Frühjahr, als der Zuwachs vergleichsweise moderat geblieben war. Laut den Bundesbank-Fachleuten ist dies in erster Linie auf die anhaltend starke Zunahme versicherungspflichtiger Stellen zurückzuführen.