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Monatsbericht: Wirtschaft startet schwach in den Sommer

Stahlproduktion

Monatsbericht: Wirtschaft startet schwach in den Sommer

Die deutsche Wirtschaft ist auch in das Sommerquartal schwach gestartet. „Dies lag vor allem an der exportorientierten Industrie“, heißt es im aktuellen Monatsbericht der Bundesbank. So setzte sich die Talfahrt der Produktion in der Industrie im Juli fort. Die Erzeugung gegenüber dem Vormonat sei deutlich gesunken. Zwar habe die Lage der Sommerferien hierbei eine gewisse Rolle gespielt. Für die weitere Drosselung der Produktion sei sie jedoch nicht ausschlaggebend gewesen. Besonders stark ist laut dem Bericht die Erzeugung von Kfz und Kfz-Teilen zurückgegangen. Nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie sind die gefertigten Stückzahlen im August allerdings wieder kräftig gestiegen.

Wirtschaftsleistung könnte erneut leicht zurückgegangen sein

Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt ist laut Einschätzung der Expertinnen und Experten hingegen weiterhin gut. So habe sich die Zahl der Beschäftigten im Juli saisonbereinigt um 14 000 Personen gegenüber dem Vormonat erhöht. In Verbindung mit den zuversichtlichen Einkommensaussichten der Konsumentinnen und Konsumenten habe dies den privaten Verbrauch gestützt. Zudem habe die Baukonjunktur weiter floriert. Eine nach wie vor hohe Geräteauslastung und die Reichweite der Aufträge im Bauhauptgewerbe sprächen dafür, dass dies vorerst auch so bleibe. Ob diese konjunkturellen Aufwärtskräfte stark genug waren, um ein ausreichendes Gegengewicht zur Schwäche der Industrie zu bilden, ist aus Sicht der Bundesbank-Fachleute allerdings fraglich. „Von daher könnte die Wirtschaftsleistung im Sommer erneut leicht zurückgegangen sein“, schreiben sie in dem Bericht.

Noch kein Grund zur Besorgnis

In einem somit möglichen Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Erzeugung in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen sehen die Expertinnen und Experten in der gegenwärtigen Situation noch keinen Grund zur Besorgnis. Für sich genommen bedeute eine solche Situation noch nicht notwendigerweise das Ende der gesamtwirtschaftlichen Expansionsphase. So beschränkten sich die Rückgänge der wirtschaftlichen Aktivität bislang im Wesentlichen auf die Industrie. Darüber hinaus sei aus heutiger Sicht auch einschließlich des zweiten Vierteljahres insgesamt nur mit einem leichten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts zu rechnen. „Ein solcher ist derzeit als Teil einer konjunkturellen Normalisierung zu sehen, da die deutsche Wirtschaft aus einer Phase der wirtschaftlichen Überauslastung kommt“, so die Fachleute.

Risiken aus dem internationalen Umfeld

Allerdings bestehen laut den Expertinnen und Experten nach wie vor Gefahren für die deutsche Konjunktur, insbesondere durch das internationale Umfeld. So könnten erhöhte geo- oder handelspolitische Spannungen vor allem den Abschwung in der stark auf das Auslandsgeschäft ausgerichteten deutschen Industrie verlängern oder verschärfen. Damit stiege auch das Risiko, dass die wirtschaftliche Aktivität hierzulande über viele Bereiche hinweg beeinträchtigt würde. „Es ist nach wie vor offen, ob sich die Industriekonjunktur fängt, bevor sich die Abwärtsbewegung auf die stärker binnenwirtschaftlich orientierten Wirtschaftszweige überträgt“, so die Fachleute.

Nahrungsmittel und Dienstleistungen wurden teurer

Der aktuelle Monatsbericht thematisiert auch die Entwicklung der Verbraucherpreise. Diese seien im August saisonbereinigt leicht zurückgegangen. „Dies lag zum einen an den Preisen für Energie, die infolge der niedrigen Rohölnotierungen weiter nachgaben“, so die Fachleute. Auch die Industriegüter ohne Energie hätten sich verbilligt. Nahrungsmittel hätten sich dagegen erneut deutlich verteuert. Auch die Preise für Dienstleistungen seien leicht angezogen.

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