Neuer Repräsentant der Bundesbank in Brasilien

Foto von Axel Zeidler, Andreas Dombret, Reinaldo Le Grazie, Eike Berner, Marc Rennert (von links nach rechts)
Von links: Axel Zeidler, Andreas Dombret, Reinaldo Le Grazie, Eike Berner, Marc Rennert

Eike Berner wird neuer Repräsentant der Bundesbank in São Paulo. Er übernimmt die Position ab dem 1. Dezember 2016 von Marc Rennert, der diese seit Dezember 2012 ausgefüllt hatte. Bei einer Amtswechselfeier in São Paulo dankte Bundesbank-Vorstandsmitglied Andreas Dombret Marc Rennert für seine Arbeit in den vergangenen vier Jahren. Anwesend waren auch Reinaldo Le Grazie, Vorstandsmitglied der Banco Central do Brasil, und Generalkonsul Axel Zeidler

Besonders hob Dombret das Engagement Rennerts bei der Vorbereitung des Memorandum of Understanding zwischen der Banco Central do Brasil und der Bundesbank hervor, das Vertreter beider Institutionen im Jahr 2015 unterzeichnet haben. Darin haben beide Notenbanken eine engere Zusammenarbeit im Bereich des Wissensaustausches und bei der Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern vereinbart.

Dombret verwies auf die intensiven Wirtschaftsbeziehungen zwischen Brasilien und dem Euro-Raum. "Der Austausch von Expertise und die Förderung von Netzwerken zwischen Notenbanken, Finanz- und Aufsichtsbehörden, Banken und anderen Akteuren ist wichtiger denn je", sagte das Bundesbank-Vorstandsmitglied. Aufgabe der Repräsentanten der Bundesbank im Ausland ist es, ökonomische Entwicklungen in den jeweiligen Ländern zu beobachten und den Kontakt zu anderen Notenbanken vor Ort zu halten.

Europäische Banken vor Herausforderungen

In seiner Rede sprach Dombret auch über die Situation des europäischen Bankensektors. Die Rahmenbedingungen hätten sich im Vergleich zu den Vorjahren für die Kreditinstitute völlig verändert. Die Gründe hierfür seien das anhaltende Niedrigzinsumfeld und die Herausforderungen durch den digitalen Wandel. "Traditionelle Geschäftsmodelle stehen deshalb auf dem Prüfstand", sagte Dombret.

In diesem Zusammenhang verwies er darauf, dass das Gros der Einnahmen der Banken immer noch auf dem Zinsgeschäft basiere. Die Kreditinstitute seien gefordert, sich an das veränderte Umfeld anzupassen und könnten diese Verantwortung nicht abwälzen. Die Transformationsprozesse der Branche seien indes bereits im Gange. "Kreditinstitute werden in den kommenden Jahren ihre hohen Kosten reduzieren und sich dem digitalen Wandel stellen müssen", sagte Dombret. Die Banken müssten auch mehr Eigenkapital aufbauen und damit ihre Risikotragfähigkeit verbessern.