Stahlproduktion ©dpa
Studie zu Erwartungen von Unternehmen in Deutschland

Mit der wissenschaftlichen Studie gewinnt das Forschungszentrum der Bundesbank ein Bild der aktuellen Situation der Unternehmen in Deutschland und erfährt mehr über deren Erwartungen für die kommenden Monate. Die Studie liefert im Zeitverlauf außerdem wichtige Erkenntnisse zu Veränderungen im Unternehmenssektor.

Kreditnachfrage von Unternehmen
Kreditnachfrage von Unternehmen

Die Kreditnachfrage der Unternehmen blieb im 4. Quartal 2023 weiterhin stabil – ein auf 14 % leicht gesunkener Anteil der Unternehmen gab an, im zurückliegenden Quartal Kreditverhandlungen geführt zu haben. Von den Unternehmen, die Kreditverhandlungen führten, gaben um drei Prozentpunkte gestiegene 29 % an, dass die Verhandlungen mit einem Kredit sowohl in der gewünschten Höhe als auch zu den beantragten Konditionen endeten. Der Anteil der Unternehmen, der zwar einen Kredit in der gewünschten Höhe erhielt, jedoch zu schlechteren Konditionen als beantragt, stagnierte bei 30 %. Über Kreditverhandlungen, an deren Ende keine anschließende Kreditvergabe stand, berichteten 19 % der Unternehmen (Vorquartal 20 %).

Unternehmenskennzahlen
Entwicklung der Unternehmenskennzahlen

Mit Blick auf die vergangenen 12 Monate berichteten im 1. Quartal 2024 etwas mehr Unternehmen (23 %) von einem verschlechterten Zugang zu Vorleistungen und Vorprodukten als im Vorquartal (22 %). Mit 23 % registrierten etwas mehr Unternehmen als im Vorquartal (21 %) einen Rückgang ihrer Vorräte bzw. ihres Vorratsvermögens, während mit 22 % geringfügig weniger Unternehmen einen diesbezüglichen Anstieg wahrnahmen (Q4 2023: 23 %). Im 1. Quartal 2024 berichteten mit 22 % etwas weniger Unternehmen als im Vorquartal (23 %), dass sich ihr Zugang zu Finanzierungsquellen verschlechtert habe. Gleichzeitig registrierten mit 32 % etwas weniger Unternehmen eine gesunkene kurzfristig verfügbare Liquidität (Q4 2023: 33 %). Der Anteil der Unternehmen, die einen gestiegenen Bedarf an Kreditfinanzierung angaben, erhöhte sich leicht von 26 % im Vorquartal auf nun 27 %. 

Unternehmenserwartungen
Erwartungen zu Unternehmenskennzahlen

Im 1. Quartal 2024 erwarteten mit 14 % etwas weniger Unternehmen einen besseren Zugang zu Vorleistungen und Vorprodukten für die kommenden 12 Monate als im Vorquartal (16 %). Gleichzeitig gingen mit 18 % der Unternehmen etwas mehr als im Vorquartal (17 %) von einem sich verschlechternden Zugang aus. Eine Reduzierung ihrer Vorräte bzw. ihres Vorratsvermögens in den kommenden 12 Monaten erwarteten unveränderte 24 % der Unternehmen. Die Erwartungen an die kurzfristig verfügbare Liquidität verschlechterten sich erneut leicht. Ein von 30 % im Vorquartal auf nun 31 % gestiegener Anteil der Unternehmen rechnete mit einem diesbezüglichen Rückgang und nur unveränderte 16 % erwarteten eine Verbesserung ihrer Liquiditätslage. Ein gleichbleibender Anteil von 30 % der Unternehmen rechnete für die kommenden 12 Monate mit einem Anstieg seines Kreditfinanzierungsbedarfs, während ein auf 17 % leicht gestiegener Anteil der Unternehmen einen diesbezüglichen Rückgang erwartete (Q4 2023: 15 %). Der mit 70 % weiterhin deutlich überwiegende Teil der Unternehmen ging von einem gleichbleibenden Zugang zu Finanzierungsquellen für die nächsten 12 Monate aus (Q4 2023: 68 %). 

Herausforderungen für Unternehmen
Herausforderungen der kommenden 6 Monate

Ein hohes Ausmaß an Regulierung und staatlichen Vorschriften überholte im 1. Quartal 2024 die mangelnde Verfügbarkeit von Arbeitskräften als größte kurzfristige Herausforderung: 67 % der Unternehmen erachteten Regulierung als ein drängendes Problem der kommenden sechs Monate, während 62 % dies für die Situation auf dem Arbeitsmarkt angaben. Ebenfalls auf hohem Niveau blieb mit 54 % der Anteil der Unternehmen, die hohe Produktions- und Arbeitskosten als problematisch für die kommenden sechs Monate erachteten. Hingegen sank der Anteil der Unternehmen, für die der Zugang zu Vorleistungen und Vorprodukten ein drängendes Problem der kommenden sechs Monate darstellte, erneut und lag im März 2024 bei nur noch 12 %. Im 1. Quartal 2024 wurden die Unternehmen erstmals auch nach ihrer Einschätzung hinsichtlich der Energiepreise befragt. Ein innerhalb des Quartals leicht auf 25 % steigender Teil der Unternehmen erachtete die Energiepreise als kurzfristig eher unproblematisch, während ca. die Hälfte der Unternehmen, mit innerhalb des Quartals leicht auf 50 % sinkendem Anteil, darin ein drängendes Problem der kommenden sechs Monate sah.