Drei Personen arbeiten gemeinsam an einem Projekt

Ein­bli­cke in die Ka­pi­tal- und Li­qui­di­täts­aus­stat­tung

Die lau­fen­de Über­wa­chung der In­sti­tu­te unter der di­rek­ten Auf­sicht der Bun­des­an­stalt für Fi­nanz­dienst­leis­tungs­auf­sicht (BaFin) und der Deut­schen Bun­des­bank er­folgt in re­gio­na­ler Nähe zu den In­sti­tu­ten in den neun Haupt­ver­wal­tun­gen der Deut­schen Bun­des­bank an ver­schie­de­nen Stand­or­ten. Zu den ope­ra­ti­ven Auf­ga­ben der lau­fen­den Auf­sicht ge­hö­ren die Aus­wer­tung der Un­ter­la­gen, Mel­dun­gen, Jah­res­ab­schlüs­se und Prü­fungs­be­rich­te, sons­ti­ge Aus­kunfts­er­su­chen sowie die dar­auf auf­bau­en­de Be­wer­tung ak­tu­el­ler und po­ten­ti­el­ler Ri­si­ken der be­auf­sich­tig­ten In­sti­tu­te. Eine wei­te­re Auf­ga­be ist die Durch­füh­rung rou­ti­ne­mä­ßi­ger und – in Ab­stim­mung mit der BaFin – an­lass­be­zo­ge­ner Auf­sichts­ge­sprä­che.

Die Auf­se­he­rin­nen und Auf­se­her der Deut­schen Bun­des­bank über­wa­chen lau­fend die Sol­venz- und die Li­qui­di­täts­la­ge der Ban­ken sowie deren Ri­si­ko­si­tua­ti­on. Dabei be­wer­ten sie nicht nur die Höhe und Struk­tur der von den In­sti­tu­ten ein­ge­gan­ge­nen Ri­si­ken, son­dern auch die An­ge­mes­sen­heit des je­wei­li­gen Ri­si­ko­ma­nage­ments. Für die auf­sicht­li­che Ein­schät­zung spie­len dar­über hin­aus wei­te­re quan­ti­ta­ti­ve und qua­li­ta­ti­ve As­pek­te eine wich­ti­ge Rolle, bei­spiels­wei­se die Nach­hal­tig­keit des Ge­schäfts­mo­dells und die Aus­ge­stal­tung der in­ter­nen Or­ga­ni­sa­ti­on.

Für die LSI und nicht-CRR-Kre­dit­in­sti­tu­te er­stel­len die Auf­se­he­rin­nen und Auf­se­her auf Basis ihrer Aus­wer­tun­gen im Rah­men der lau­fen­den Auf­sicht re­gel­mä­ßig für jedes In­sti­tut eine um­fas­sen­de Ri­si­ko­klas­si­fi­zie­rung und -be­ur­tei­lung, die so­ge­nann­te bank­auf­sicht­li­che Ri­si­ko­ana­ly­se. Sehen sie auf­sicht­li­chen Hand­lungs­be­darf, un­ter­brei­ten sie der BaFin ent­spre­chen­de Vor­schlä­ge.

In den JSTs wer­den diese Tä­tig­kei­ten durch die EZB unter Un­ter­stüt­zung durch die Deut­schen Bun­des­bank zu­sam­men mit den je­weils an­de­ren na­tio­na­len Be­hör­den ana­log wahr­ge­nom­men. Die Ent­schei­dungs­kom­pe­tenz liegt hier bei der EZB.

Dar­über hin­aus um­fasst die lau­fen­de Über­wa­chung auch die Durch­füh­rung bank­ge­schäft­li­cher Prü­fun­gen. Durch diese ge­winnt die Deut­sche Bun­des­bank tie­fe­re Ein­bli­cke in die Ri­si­ko­struk­tu­ren sowie die Ri­si­ko­steue­rungs­ver­fah­ren der In­sti­tu­te. Die Prü­fe­rin­nen und Prü­fer der Deut­schen Bun­des­bank ana­ly­sie­ren auch, ob bank­in­ter­ne Ri­si­ko­mess­ver­fah­ren zur Er­mitt­lung der Ei­gen­ka­pi­tal­un­ter­le­gungs­be­trä­ge an­er­kannt wer­den kön­nen. Zudem un­ter­su­chen sie die be­stehen­den und mög­li­chen Ri­si­ken des Ge­schäfts­mo­dells der In­sti­tu­te, wobei die Auf­sicht hin­sicht­lich der Wahl des Ge­schäfts­mo­dells einem Neu­tra­li­täts­ge­bot un­ter­liegt. Ins­be­son­de­re bei Prü­fun­gen von si­gni­fi­kan­ten In­sti­tu­ten ar­bei­ten Prü­fe­rin­nen und Prü­fer ver­schie­de­ner na­tio­na­ler Be­hör­den sowie der EZB in Prü­ferteams zu­sam­men und sind im In- und Aus­land im Ein­satz.