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Operationelles Risiko

Operationelles Risiko

19.01.2018

Operationelles Risiko ist gemäß Artikel 4 der Capital Requirements Regulation (CRR) das Risiko von Verlusten, die durch die Unangemessenheit oder das Versagen von internen Verfahren, Menschen, Systemen oder durch externe Ereignisse verursacht werden, einschließlich Rechtsrisiken.

Die CRR sieht für die Berechnung des regulatorischen Eigenkapitalbedarfs für operationelle Risiken drei alternative Methoden vor:

  1. Basisindikatoransatz – Artikel 315 f. CRR
    (Basic Indicator Approach – BIA)
  2. Standardansatz – Artikel 317 ff. CRR
    (Standardised Approach – STA / Alternative Standardised Approach – ASA)
  3. Fortgeschrittene Messansätze – Artikel 321 ff. CRR
    (Advanced Measurement Approaches - AMA)

Die Berechnungsgrundlage für den Basisindikator- und den Standardansatz ist der Dreijahresdurchschnitt des sogenannten "maßgeblichen Indikators". Dieser wird aus bestimmten Posten der Gewinn- und Verlustrechnung berechnet (Zins-, Provisionsüberschuss, Handelsergebnis und sonstige betriebliche Erträge). Die Eigenkapitalunterlegung ergibt sich bei Anwendung des Basisindikatoransatzes, indem der "maßgebliche Indikator" pauschal mit 15 % multipliziert wird.

Beabsichtigt ein Institut, den Standardansatz zu verwenden, ist dies der Aufsicht anzuzeigen. Zur Berechnung der Eigenkapitaldeckung ist beim Standardansatz der "maßgebliche Indikator" auf acht im Artikel 317 CRR definierte Geschäftsfelder aufzuteilen und mit Faktoren zwischen 12 % und 18 % zu multiplizieren. Ein Institut, welches überwiegend Privat- oder Firmenkundengeschäft betreibt, kann gemäß Artilel 319 CRR mit Einwilligung der Aufsicht hingegen den sog. "Alternativen Standardansatz" verwenden. Hierbei wird der Anrechnungsbetrag in den relevanten Geschäftsfeldern durch Multiplikation des nominalen Kreditvolumens mit einem aufsichtlich vorgegebenen Faktor von 0,035 berechnet. Zusätzlich sind bei der Verwendung des Standardansatzes qualitative Anforderungen zu erfüllen.

Sofern die Aufsicht einem Institut erlaubt, einen fortgeschrittenen Messansatz gemäß Artikel 321 ff. CRR zu verwenden, kann es den Eigenkapitalbedarf unter Berücksichtigung qualitativer und quantitativer aufsichtlicher Vorgaben mit einem institutseigenen Modell berechnen. Hierzu ist vorab eine Zulassungsprüfung durch die Aufsicht durchzuführen. Bei wesentlichen Änderungen bzw. Erweiterungen aufsichtlich genehmigter institutseigener Modelle hat eine erneute Zulassung durch die Aufsicht zu erfolgen.

Ausblick

Derzeit werden die aktuellen Ansätze vom Baseler Ausschuss überarbeitet. Zukünftig soll nur noch ein Ansatz zur Anwendung kommen, der sogenannte Standardised Measurement Approach – SMA. Dieser wird sich in der Berechnungslogik am Basisindikatoransatz orientieren, zeichnet sich jedoch dadurch aus, dass auch historische Verlustdaten in die Berechnung des regulatorischen Eigenkapitalbedarfs einbezogen werden sollen. Der Einsatz von modellbasierten Ansätzen soll hingegen zukünftig nicht mehr möglich sein.

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