Dresdner Familie tauschte am 01.07.1990 in einer Sparkasse in Dresden Ostmark gegen 2000 D-Mark.

30 Jahre und drei Währungen: Jubiläum der deutsch-deutschen Währungsunion

Im Herbst des Jahres 1989 hatten sich Menschen in ganz Deutschland jubelnd in den Armen gelegen. Sie feierten den Fall der Berliner Mauer sowie die Öffnung der Grenzübergänge zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Der Fall der Mauer brachte Prozesse in Gang, die wenige Monate zuvor noch undenkbar schienen. Dazu gehörten Verhandlungen über eine deutsch-deutsche Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion, die am 1. Juli 1990 in Kraft trat. Die D-Mark, das Symbol für die deutsche Einheit, wurde zum offiziellen Zahlungsmittel in der Deutschen Demokratischen Republik.

Die Aufregung vor der Auszahlung der ersten D-Mark-Scheine war bei vielen Bürgerinnen und Bürgern groß, bereits in der Nacht warteten viele in langen Schlangen vor den Banken. Um die Nachfrage zu bewältigen dienten auch Stadtämter und sogar Schulen als Auszahlungsstellen. Mit der neuen Währung kauften viele Familien Möbel, Kleidung und Unterhaltungselektronik wie Fernseher, Stereoanlagen oder Videorekorder. Auch Auslandsreisen waren begehrt.

Die Bundesbank bringt die D-Mark in die DDR

Die Deutsche Bundesbank war dafür verantwortlich, die Menschen in der DDR pünktlich mit D-Mark zu versorgen. In Rekordzeit brachten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundesbank rund 440 Millionen Scheine und 102 Millionen Münzen in den Osten Deutschlands. Um das Bargeld vor Ort zu verteilen wurden 15 neue Filialen mit Büros, Kassen- und Tresorräumen eingerichtet, in Ostberlin wurde eine "Vorläufige Verwaltungsstelle" gegründet. Gemeinsam mit den Beschäftigten der damaligen DDR-Staatsbank stemmten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundesbank einen Kraftakt: Sie vereinheitlichten die nicht kompatiblen Buchungssysteme im unbaren Zahlungsverkehr beider Länder und organisierten Polizeischutz für die Geldtransporter über die innerdeutschen Grenzen hinweg. Am 1. Juli 1990 war es geschafft: Die Bundesbank wurde die alleinige, unabhängige Notenbank auf gesamtdeutschem Gebiet und die Deutsche Mark das gemeinsame Geld im Westen und Osten Deutschlands.

Der Euro kommt

Zur Jahrtausendwende galt es, Abschied von der D-Mark zu nehmen. Am 1. Januar 1999 ersetzte der Euro in elf europäischen Ländern die bisherigen Währungen als Buchgeld. Drei Jahre später kam der Euro auch als Bargeld. Damit mussten sich die Menschen in Ostdeutschland nach nur rund einem Jahrzehnt abermals an eine neue Währung gewöhnen. Banken gaben mit dem sogenannten Starterkit einen Beutel mit Euro-Münzen aus, mit dem sich die Menschen auf das neue Geld vorbereiten konnten. Mit der Euro-Einführung wurde die Bundesbank Teil des Eurosystems, das seitdem für die Geldpolitik der Mitgliedsländer verantwortlich ist. Das Eurosystem besteht aus der Europäischen Zentralbank (EZB) und den nationalen Notenbanken der Staaten der Europäischen Währungsunion. Mehr als 20 Jahre später ist der Euro heute in 19 Ländern in Europa gesetzliches Zahlungsmittel.