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BIZ: Geldpolitik darf nicht der Hauptmotor des Wachstums sein

BIZ: Geldpolitik darf nicht der Hauptmotor des Wachstums sein

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) fordert in ihrem jährlichen Wirtschaftsbericht, dass Strukturreformen, Fiskalpolitik und sogenannte makroprudenzielle Maßnahmen eine größere Rolle spielen sollten, um nachhaltiges Wachstum zu schaffen. „Geldpolitik kann nicht der Hauptmotor des Wirtschaftswachstums sein“, heißt es in dem Bericht der Institution, die auch als Zentralbank der Zentralbanken bekannt ist. Andere Politikbereiche müssten ebenfalls dazu beitragen, die langfristige Dynamik der Weltwirtschaft sicherzustellen.

Strukturreformen für nachhaltiges Wachstum

Die weltweite Konjunktur hat sich den BIZ-Fachleuten zufolge im vergangenen Jahr stärker abgeschwächt als ursprünglich erwartet. Insgesamt ist die Weltwirtschaft im vergangenen Jahr nach Schätzungen zwar um 3,7 Prozent gewachsen. Vor allem der internationale Handel und die Investitionen seien aber zurückgegangen. Kurzfristig hätten vor allem die Widerstandsfähigkeit des Dienstleistungssektors sowie die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt das Wachstum stärken können. „Beschäftigungszuwächse und ein kräftiger Anstieg bei den Löhnen haben den Konsum gestützt“, schreibt die BIZ mit Blick auf die globale Wirtschaft. Um künftig ein nachhaltiges Wachstum sicherzustellen, fordert die BIZ in ihrem Bericht, die Anstrengungen für Strukturreformen zu verstärken. Auch die Förderung öffentlicher Investitionen sowie Steuerreformen seien sinnvolle Maßnahmen.

„Handelskriege kennen keine Sieger”

Eines der größten Risiken für das globale Wirtschaftswachstum sieht die BIZ in den weiterhin angespannten Handelsbeziehungen und der damit einhergehenden politischen Unsicherheit. „Handelskriege kennen keine Sieger”, warnte der Generaldirektor der BIZ Augustín Carstens.  Die angespannten Handelsbeziehungen trübten seiner Ansicht nach nicht nur die Aussichten für die Nachfrage und die Investitionen, sondern sie stellten auch die Fortdauer der bestehenden Lieferketten und sogar die Zukunft des globalen Handelssystems in Frage.

Auch länderspezifische Entwicklungen bereiten den Ökonominnen und Ökonomen der BIZ Sorgen. Dazu gehören die steigende Verschuldung einiger Länder, die geringe Profitabilität mancher Banken – insbesondere im Euroraum – sowie der Schuldenabbau in einigen aufstrebenden Volkswirtschaften wie China. „Die notwendigen Maßnahmen zur Begrenzung des Kreditwachstums in diesen Ländern bremsen die Wirtschaftstätigkeit“, heißt es hierzu.

Big Techs könnten zu digitalen Monopolen werden

In ihrem Bericht setzt sich die BIZ auch mit sogenannten Big Techs – große Technologieunternehmen, zu denen beispielsweise Amazon, Facebook und Alipay zählen – auseinander. Einerseits versprächen diese Unternehmen Effizienzgewinne und könnten die finanzielle Inklusion verbessern, schreiben die Fachleute. Andererseits entstehe mit dem Eintritt von Big Techs in den Markt für Finanzdienstleistungen ein neues und komplexes Spannungsfeld zwischen Finanzstabilität, Wettbewerb und Datenschutz. „Angesichts ihrer Dimension und Technologie eröffnen Big Techs die Möglichkeit, riesige Mengen an Daten nahezu kostenfrei zusammenzutragen. Das ruft ‚digitale Monopole‘ oder ‚Datenopole‘ hervor“, warnen die BIZ-Fachleute.

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