Monatsbericht April: Aufschwung in Deutschland setzt sich fort

Ein erfahrener Techniker und ein Lehrling an einer Maschine

Das konjunkturelle Grundtempo der deutschen Wirtschaft ist weiterhin hoch, dürfte aber nach Einschätzung der Bundesbank geringer zu veranschlagen sein als das Wirtschaftswachstum im vierten Quartal 2014 nahelegen würde. Trotz enttäuschender Konjunkturdaten für die Industrie sei der Ende vergangenen Jahres in Gang gekommene Aufschwungprozess nicht unterbrochen, heißt es im jüngsten Monatsbericht.

"Hauptträger des insgesamt recht kräftigen Wirtschaftswachstums dürfte weiterhin der private Verbrauch gewesen sein", schreiben die Bundesbank-Ökonomen. Dies lege der starke Anstieg der Einzelhandelsumsätze nahe. Wegen des außergewöhnlich guten Konsumklimas rechnet die Bundesbank damit, dass diese Entwicklung noch einige Zeit anhält.

Das Stimmungsbild in der gewerblichen Wirtschaft bleibt nach Darstellung der Bundesbank trotz einer spürbaren Erholung verhalten. Die moderate Aufwärtstendenz der Industrieproduktion setze sich fort, jedoch legte der Auftragseingang der Industrie in den ersten beiden Monaten des Jahres eine Atempause ein. Die Umsätze der deutschen Industrie stiegen im Auslandsgeschäft sowohl innerhalb als auch außerhalb der Währungsunion kräftig. Innerhalb Deutschlands fiel das Absatzplus dagegen gering aus.

Weitere Schwerpunkte

Neben den konjunkturellen Tendenzen beschäftigt sich der Monatsbericht der Bundesbank im April unter anderem mit der Entwicklung der arbeitsmarktbedingten Staatsausgaben. Außerdem beleuchtet der Monatsbericht strukturelle Entwicklungen im deutschen Bankensektor infolge der Finanzmarktderegulierung in den 1990er Jahren. Drittes Schwerpunktthema des Berichts sind aktuelle Daten und Entwicklungen zur sogenannten Transaktionskassenhaltung von Euro-Münzen in Deutschland. Darunter versteht man die Münzbestände in Portemonnaies von Verbrauchern, das Wechselgeld in Handelskassen, Münzen in Automaten sowie Bestände bei Kreditinstituten.