Finger tippt auf Smartphone

FinTech

Der Begriff „FinTech“ steht für die Kurzform der Bezeichnung „Financial Technology“ und ist bislang nicht legal definiert. Im Allgemeinen beschreibt dieser Begriff Unternehmen, die innovative, technologiebasierte und mit dem Thema „Finanzen“ in Zusammenhang stehende Anwendungssysteme anbieten. Hierbei handelt es sich zwar oft um sogenannte „Start-ups“, dies ist jedoch keine zwingende Voraussetzung. Auch bereits etablierte Unternehmen verwenden innovative Technologien und können unter den Begriff „FinTech“ fallen. Thematisch deckt der Begriff „FinTech“ in seiner praktischen Verwendung eine Vielzahl verschiedener technologiebasierter Geschäftsmodelle ab, unter anderem – aber keineswegs beschränkt auf – Aktivitäten in Verbindung mit Künstlicher Intelligenz, Distributed Ledger Technologie oder Schnittstellen in einer Open Banking-Umgebung.

Aufgrund des weiten Begriffsverständnisses unterliegt jedoch nicht jedes „FinTech“ dem aufsichtsrechtlichen Regime. Aufsichtsrechtliche Relevanz hat das Unternehmen immer dann, wenn es – unabhängig von der verwendeten Technologie – erlaubnispflichtige Geschäfte betreibt. Erlaubnispflichtige Geschäfte sind Bankgeschäfte gemäß § 1 Abs. 1 KWG, Finanzdienstleistungsgeschäfte gemäß § 1 Abs. 1a KWG sowie Zahlungsdienste gemäß § 1 Abs. 2 ZAG bzw. das E-Geld-Geschäft nach § 1a Abs. 2 ZAG.

Besonders junge Unternehmen können oftmals nicht einschätzen, ob ihr Geschäftsmodell einer Erlaubnis nach KWG bzw. ZAG bedarf. Die Bundesbank bietet hier zwar keine Beratungsleistungen an, jedoch kann bei Unsicherheiten die Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank, in deren Geschäftsbereich das Unternehmen seinen Sitz hat, kontaktiert werden, um das Erfordernis einer Antragstellung abzuklären. Das Betreiben erlaubnispflichtiger Geschäfte ohne eine entsprechende Erlaubnis wird strafrechtlich verfolgt.